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Kommunalwahlen in Frankreich: Ernüchterung für Le Pen in den großen Städten

Kommunalwahlen in Frankreich: Ernüchterung für Le Pen in den großen Städten

Kommunalwahlen in Frankreich: Ernüchterung für Le Pen in den großen Städten

Konnte zwar vielerorts Gewinne einfahren, in den großen Städten blieben Erfolge aber aus: Marine Le Pen. Foto: IMAGO / ABACAPRESS
Konnte zwar vielerorts Gewinne einfahren, in den großen Städten blieben Erfolge aber aus: Marine Le Pen. Foto: IMAGO / ABACAPRESS
Konnte zwar vielerorts Gewinne einfahren, in den großen Städten blieben Erfolge aber aus: Marine Le Pen. Foto: IMAGO / ABACAPRESS
Kommunalwahlen in Frankreich
 

Ernüchterung für Le Pen in den großen Städten

Trotz Zugewinnen bei den Kommunalwahlen bleibt der große Durchbruch für Marine Le Pens Rassemblement National aus. In den Metropolen stößt die Partei weiterhin an ihre Grenzen. Mit Blick auf die Präsidentschaftswahl ein Warnsignal.
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PARIS. Die zweite Runde der französischen Kommunalwahlen hat den vermeintlichen Durchbruch für Marine Le Pen und ihre Partei deutlich relativiert. Zwar konnten sowohl rechte als auch linke Kräfte in der ersten Runde zulegen, doch am Ende dominierten Konservative, politische Mitte und gemäßigte Sozialisten. Gewinner der Wahl sind vor allem die bürgerlichen Parteien. Les Républicains konnten die meisten Rathäuser erringen und sehen sich weiter als stärkste politische Kraft.

Auch Kandidaten der Mitte behaupteten sich, etwa in Le Havre, wo Ex-Premier Édouard Philippe klar wiedergewählt wurde.

In der Hauptstadt Paris setzte sich der Sozialist Emmanuel Grégoire mit deutlichem Vorsprung gegen die konservative Kandidatin Rachida Dati durch. Die Strategie der Linksextremen von La France Insoumise, mit einer eigenen Kandidatur den Sozialisten Stimmen abzunehmen, ging nicht auf. Für Marine Le Pens Rassemblement National fällt die Bilanz gemischt aus. Zwar konnte die Partei ihre Zahl an Mandaten deutlich steigern und insgesamt etwa 30 Städte gewinnen. Doch in den großen Metropolen bleibt der Durchbruch aus. Weder in Marseille noch in Toulon oder anderen Großstädten gelang ein Sieg. Auch in Städten wie Lyon, Toulouse oder Bordeaux ist der RN weiterhin nicht in den Stadtregierungen vertreten.

Le Pen stößt an die Glasdecke

Politologen sehen darin ein strukturelles Problem. Es fehle weiterhin an Akzeptanz in urbanen Milieus, was mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2027 zu einer entscheidenden Hürde werden könnte. Einziger größerer Erfolg für das rechte Lager war der Sieg des konservativen Politikers Éric Ciotti in Nizza. Insgesamt zeigt sich jedoch: Die sogenannte „Glasdecke“ für den RN besteht fort.

Auch die Linke bleibt hinter den Erwartungen zurück. Dort, wo Sozialisten mit der linksextremen LFI gemeinsame Listen bildeten, blieb der Erfolg meist aus. In mehreren Städten unterlagen diese Bündnisse konservativen Kandidaten. Die Zusammenarbeit wurde von politischen Gegnern scharf kritisiert.

Die Kommunalwahl gilt als wichtiger Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr. Das Ergebnis deutet darauf hin, dass eine Mehrheit der Wähler weiterhin auf etablierte Parteien und die politische Mitte setzt – auch wenn extreme Kräfte lokal an Einfluss gewinnen konnten. (rr)

Konnte zwar vielerorts Gewinne einfahren, in den großen Städten blieben Erfolge aber aus: Marine Le Pen. Foto: IMAGO / ABACAPRESS
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