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NatCon-Konferenz in Miami: Der US-Konservatismus tagt im Sunshine State

NatCon-Konferenz in Miami: Der US-Konservatismus tagt im Sunshine State

NatCon-Konferenz in Miami: Der US-Konservatismus tagt im Sunshine State

Ron Desantis vertritt den US-Konservatismus
Ron Desantis vertritt den US-Konservatismus
Floridas Gouverneur Ron DeSantis ließ die Anhänger des US-Konservatismus jubeln Foto: Gaspar
NatCon-Konferenz in Miami
 

Der US-Konservatismus tagt im Sunshine State

Die Rednerliste der diesjährigen NatCon-Konferenz (Nationale Konservatismus Konferenz) konnte sich sehen lassen. Niemand geringeres als der deutsch-amerikanische Tech-Investor und Milliardär Peter Thiel, der unter anderem PayPal gründete, war dabei, als die „National Convervatism Conference“ in Miami im US-Bundesstaat Florida vergangene Woche zusammenkam. Die Intention hinter der Tagung, die dieses Jahr zum dritten Mal stattfand, ist eine konservative Verteidigung des Nationalismus, die sich mit Trumps Wahlkampfslogan „America First“ vereinbaren läßt.

Zu den Diskussionsthemen der NatCon gehörten in diesem Jahr, wie man mit Chinas geopolitischen Ambitionen umgehen sollte und sich gegen die Gender-Ideologie und Wokeness zur Wehr setzen kann. Über 900 Teilnehmer und Redner hatten sich versammelt. Die meisten davon aus den USA und Israel, aber auch Ungarn und Österreicher hatten den Weg in den Sunshine State auf sich genommen.

Organisator der Veranstaltung ist die Edmund Burke Foundation, deren Leiter der Israeli Yoram Hazony ist. Dessen Buch „Nationalismus als Tugend“ aus dem Jahr 2018 ist eine gelungene Abhandlung der Trump-Ära ist.

Thiel: In Kalifornien sei der Konservatismus zurückgezogen

Die Nationalkonservativen in den USA haben eindeutig einen anderen Blick auf die Handelspolitik, als es die ehemaligen Präsidenten George W. Bush und Ronald Reagan hatten. Dazu gesellte sich im Laufe der Zeit noch eine Skepsis gegenüber Big Tech-Unternehmen wie Facebook, Google, aber natürlich auch dem chinesischen TikTok, dazu.

Thiel war es auch, der die dreitätige Veranstaltung eröffnete. In seinem Vortrag widmete sich er sich der Rolle Kaliforniens, das in den vergangenen Jahren zu einem konservativen Rückzugsort geworden ist. Kaliforniens Hauptproblem sei ein ähnliches wie das von Saudi-Arabien oder Venezuela, nämlich daß es Opfer seines „Ressourcenfluchs“ sei. Damit meinte er, daß der vom kalifornischen Technologiesektor generierte Reichtum so enorm sei, daß er am Ende die gesamte politische Ökonomie des Staates verzerre.

Er ging noch weiter und führte aus, daß „Wokeness“ eine ähnliche Rolle wie der Wahabbismus in Saudi-Arabien spiele. Es gebe eine Minderheit von vielleicht 20 Prozent „der wahren Gläubigen“, aber meistens sei es eine Art Lippenbekenntnis, das die politischen Eliten ablegten, um ihren Machterhalt zu sichern. Teilweise waren die Ausführungen des Milliardärs etwas kryptisch und die eingeblendeten Folien seiner Präsentation auf den Bildschirmen machten es nicht unbedingt leichter, ihm zu folgen.

Geouverneur DeSantis läßt US-Konservative Jubeln

Außerdem war auch der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, mit von der Partie. Nebenbei: Dessen Präsidentschaftsambitionen für die Wahlen 2024 können als das am schlechtesten gehütete Geheimnis der amerikanischen Politik bezeichnet werden. So wirkte der erste Tag auch teilweise wie eine umfassende Kundgebung für DeSantis’ Präsidentschaftswahlkampf. Tatsächlich schaffte er es mit seiner Rede beim Abschlußdinner am Sonntagabend, das Publikum mitzureißen.

Der Gouverneur, der hinter dem Rednerpult voll in seinem Element war, verbrachte fast eine Stunde damit, seine großen Themen der vergangenen zwei Jahre durchzugehen: den Kampf gegen die Bürokraten im öffentlichen Gesundheitswesens wegen Lockdowns und Schulschließungen. In Florida gab es in Restaurants keine Test- und Maskenpflicht wie in teilweise einigen anderen von Demokraten geführten Staaten. Weiter ging es mit dem Erlassen von Gesetzen gegen die „woke“ Indoktrination an Schulen und am Arbeitsplatz. Und den Krieg mit Disney über das, was er als die Pläne des Unternehmens beschrieb, die Gender-Ideologie auf Floridas Kinder zu übertragen. In Bezug auf Disneys nahezu autonome Liegenschaften nahe Orlando erreichte er den Höhepunkt seiner Rede. Er rief aus: „Disney wird keine eigene Regierung mehr haben!“ Der Saal brach in Jubel aus.

Den zweiten Tag eröffnete die Direktorin des „Conservative Partnership“ Instituts, Rachel Bovard, mit der Beschreibung einiger Ziele des nationalen Konservatismus in Konfliktsituation. Dabei drehten sich ihre Ausführungen um den Freihandel sowie das Engagement in Bezug auf China, eine Selbstregulierung des Marktes von Big Tech und Big Banks. Als einen Gegenentwurf zu ihren Vorstellungen zeichnete sie das „Bild des Stiefels der US-Handelskammer, der auf das Gesicht eines ungeborenen Babys stampft. Bis in alle Ewigkeit.“

Wenigstens sei China nicht woke

Das Thema Religion spielte auf der Konferenz eine große Rolle. Es gab zwei Podiumsdiskussionen zum Thema Katholizismus. Deswegen verwunderte es auch nicht, daß Yoram Hazony und der republikanische Senator von Missouri, Josh Hawley, beide die Bibel als grundlegenden Text bezeichneten. „Der Tag, an dem Sie aufhören, Angst davor zu haben, ein Christ zu sein, der Tag, an dem Sie aufstehen und sagen, daß Amerika eine christliche Nation ist, das ist der Tag, an dem der erwachte Neomarxismus seinesgleichen gefunden hat!“ sagte Hazony in seiner Rede.

Hawley fügte noch hinzu: „Es gibt keine Idee, die für das amerikanische Leben zentraler ist als die Würde des einfachen Menschen. Das ist eine Idee, die uns die Bibel vermittelt hat.“.

Der dritte und abschließende Tag befaßte sich unter anderem mit dem Verhältnis Amerikas zu China. Die Podiumsteilnehmer, unter ihnen auch der Journalist und Chinaexperte David P. Goldman, sagten, daß China zwar viele schlechte Dinge tue, aber man ihm zugestehen müsse, nicht woke zu sein.

Konservatismus hält ein Volk zusammen

Die National Conservatism Conference hat sich laut ihrer Webseite zum Ziel gesetzt, „Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Journalisten, Wissenschaftler und Studenten zusammen zu bringen, die verstehen, daß die Vergangenheit und Zukunft des Konservatismus untrennbar mit der Idee der Nation, dem Prinzip der nationalen Unabhängigkeit und der Wiederbelebung der einzigartigen nationalen Traditionen verbunden sind, die allein die Macht haben, ein Volk zusammenzuhalten und sein Gedeihen zu bewirken“.

Dies ist den Organisationsteam rund um Yoram Hazony gelungen. Es bleib zu hoffen, daß die Teilnehmer diese Ziele zum Wohl des Konservatismus umsetzen können.

Floridas Gouverneur Ron DeSantis ließ die Anhänger des US-Konservatismus jubeln Foto: Gaspar
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