1000 plus petition keine abtreibung bis zur geburt
Neu angekommene Migranten auf Lampedusa
Neu angekommene Migranten auf Lampedusa Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Salvatore Cavalli

Mittelmeer
 

4.000 Migranten auf Lampedusa – „Ärzte ohne Grenzen“ chartern eigenes Schiff

ROM/BERLIN. Das Erstaufnahmelager auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa ist stark überfüllt. Nachdem in den vergangenen Tagen rund 4.000 Migranten auf der sizilianischen Insel gelandet waren, berichten italienische Medien und Behörden nun von unhaltbaren Zuständen. Eigentlich biete die Einrichtung Platz für 250 Personen.

„Unmittelbar nach den ersten Anlandungen des Jahres haben wir verstanden, daß die Zahl der ankommenden Migranten definitiv höher war als im letzten Jahr, tatsächlich hat sich die Zahl der Anlandungen und die Zahl der Menschen, die in Lampedusa angekommen sind, verdoppelt“, sagte Lampedusas Bürgermeister Totò Martello.

Die Zahl der Migranten, die über das Mittelmeer nach Italien kommen, war in den ersten vier Monaten 2021 im Vergleich zu den Vorjahren stark gestiegen. Bis zum 10. Mai registrierte das Innenministerium in Rom fast 13.000 Ankünfte. Im Vorjahr waren es in diesem Zeitraum rund 4.200, vor zwei Jahren waren es etwa 1.000. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi (parteilos) forderte die EU auf, Hilfe zu leisten.

Weiteres Migrantenhilfsschiff im Mittelmeer

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ kündigte unterdessen einen Einsatz im Mittelmeer mit einem eigenen Schiff an. Dafür habe der Verein die Geo Barents gechartert. Ziel sei es, „die Leben von Geflüchteten und Migranten zu retten, die sich auf die gefährliche Überfahrt von Libyen nach Europa machen und dabei in Lebensgefahr geraten“. Die Geo Barents fahre unter norwegischer Flagge.

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„Ärzte ohne Grenzen“ unterstützte seit 2015 auf sieben privaten Schiffen die Überfahrt von Migranten nach Europa. Insgesamt seien sie an 682 Such- und Rettungseinsätzen beteiligt gewesen und hätten mehr als 81.000 Menschen versorgt, teilte die Organisation am Donnerstag mit.

„Ärzte ohne Grenzen“ kritisierte gleichzeitig die Europäische Union. Die Entscheidung, ein Schiff zu chartern, sei „direkte Folge der rücksichtslosen europäischen Politik der unterlassenen Hilfeleistung auf See“. Im laufenden Jahr seien mehr als 550 Personen bei dem Versuch ums Leben gekommen, das Mittelmeer zu überqueren. (ls)

Neu angekommene Migranten auf Lampedusa Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Salvatore Cavalli
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