Heinz-Christian Strache: Will historische Aufarbeitung im Dritten Lager vorantreiben Foto: picture alliance / AP Photo
Österreich

Strache: Antisemitismus hat in FPÖ keinen Platz

WIEN. Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat seine Forderung bekräftigt, Themen wie Antisemitismus in der eigenen Partei aufzuarbeiten. „Wir tragen für die Opfer des Holocaust eine besondere Verantwortung“, sagte der FPÖ-Chef am Montag dem Kurier. Für Antisemitismus gebe es keinen Platz.

Am Freitag hatte Strache auf dem Akademikerball in Wien betont, weder in der FPÖ noch auf dem Ball würden Antisemiten geduldet. „Die Verantwortung und das Gedenken an die Opfer des Holocaust sind uns Verpflichtung und Verantwortung in der Gegenwart und für kommende Generationen. Wer das anders sieht, soll aufstehen und gehen. Er ist bei uns nicht erwünscht“, verdeutlichte der 48jährige.

Strache regte an, Korporationen und das Dritte Lager sollten sich einer Aufarbeitung der Vergangenheit widmen. „Ich werde jetzt dafür Sorge tragen, daß sich das Dritte Lager einer historischen Aufarbeitung der Vergangenheit widmet. Wir brauchen dafür eine Historikerkommission, die sich schonungslos mit den Fehlern der eigenen Vergangenheit auseinandersetzt“, sagte er dem Blatt.

Antisemitisches Liederbuch

Der Vorstoß ist auch eine Reaktion auf das Bekanntwerden eines teils rassistischen und antisemitischen Liederbuchs einer Burschenschaft kurz vor der Landtagswahl in Niederösterreich. Der Verbindung gehörte unter anderen der FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer an. Er läßt seine Mitgliedschaft vorerst ruhen.

Bei der Wahl am Sonntag kam die ÖVP auf 49,6 Prozent (-1,19 Prozent) der Stimmen. Die SPÖ erhielt 23,9 Prozent (+2,33 Prozent) der Stimmen. Die FPÖ konnte ihre Mandate mit einem Zuwachs von 6,59 Prozent auf 14,8 Prozent verdoppeln. Grüne und Neos schafften den Einzug in den Landtag. (ls)

Heinz-Christian Strache: Will historische Aufarbeitung im Dritten Lager vorantreiben Foto: picture alliance / AP Photo

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