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Peter PIlz: Vorwürfe der sexuellen Belästigung seien konstruiert Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com

Vorwurf der sexuellen Belästigung
 

Pilz: „Ziehe mich nicht aus der Politik zurück“

WIEN. Der österreichische Politiker Peter Pilz (Liste Pilz) hat einen Rückzug aus der Politik ausgeschlossen. „Ich ziehe mich nicht aus der Politik zurück, mit Sicherheit nicht“, sagte Pilz am Montag im Ö1-Morgenjournal. Er sei aber nicht dazu in der Lage, das Nationalratsmandat anzunehmen. „Ich will nicht mehr und das ist das erste Mal seit 31 Jahren. Es ist vorbei.“ Er werde sich bis Mittwoch Zeit nehmen, „um endgültig darüber zu entscheiden, wie meine künftige Rolle auf der Liste Pilz aussehen wird“, verdeutlichte der Politiker.

Am Freitag waren Vorwürfe einer Grünen-Politikerin bekannt geworden, die Pilz der mehrfachen sexuellen Belästigung bezichtigten. Am Samstag kündigte der Gründer der Liste Pilz seinen vorläufigen Rücktritt an.

Pilz weist Vorwürfe der sexuellen Belästigung zurück

Er wisse heute mehr als noch am Samstag, teilte Pilz nun mit. Er habe Beweise, daß „hier politische Spiele gespielt“ würden. In die Konstruktion der Vorwürfe seien mindestens zwei Parteien verwickelt. Das wolle er nun aufklären. Er habe „niemals in seinem Leben eine Frau sexuell belästigt“, bekräftigte der Politiker. Versuche, ihn politisch zu zerstören, werde er nicht akzeptieren und sich dagegen wehren, kündigte Pilz an.

Auf die Frage, ob es ein Fehler gewesen sei, mit diesen Vorwürfen im Gepäck einen politischen Neustart zu versuchen, antwortete Pilz: „Nein überhaupt nicht. Ich kannte die Vorwürfe aus dem grünen Klub. Dabei handelt es sich um falsche Behauptungen, um Konstruktionen, um glatte Lügen. Ich habe damals detailliert darüber Tagebuch geführt. Das werde ich jetzt veröffentlichen, weil es mir wirklich reicht. Dann bin ich mit dieser Sache schnell fertig.“

Peter Pilz war von 1986 bis 2017 Mitglied der Grünen und ist seit dem 26. Juli 2017 Parteivorsitzender der Liste Peter Pilz, die bei der Nationalratswahl im Gegensatz zu den Grünen ins Parlament einzog.(ha)

Peter PIlz: Vorwürfe der sexuellen Belästigung seien konstruiert Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com
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