Vereinigte Staaten

Homo-Ehen abgelehnt: Christliche Beamtin muß ins Gefängnis

FRANKFORT. In den Vereinigten Staaten ist eine Beamtin, die aus religiösen Grünen keine Trauscheine an Homosexuelle ausstellen will, in Haft genommen worden. Ein Bundesgericht entschied, die 49jährige Christin habe geschworen, geltende Gesetze umzusetzen. Deswegen sei sie verpflichtet, auch homosexuellen Paaren den Trauschein auszuhändigen.

Zuvor hatte die Beamtin, die Mitglied der „Solid Rock Apostolic Church“ ist, mehrere homosexuelle Paare wieder weggeschickt und sich dabei auf die „Autorität Gottes“ berufen. Nach einer Anhörung vor einem Bundesgericht am Donnerstag, bei der sie erneut die Trauung Homosexueller ablehnte, wurde sie in Beugehaft genommen. Erst wenn sie verspreche, Schwulen und Lesben den Trauschein auszustellen, solle sie entlassen werden.

Berufung auf christlichen Glauben

Die Beamtin kündigte jedoch an, ihre Meinung nicht ändern zu wollen. „Ich bin gewillt, die Konsequenzen zu tragen, so wie ihr alle Konsequenzen tragen müßt, wenn die Zeit des Jüngsten Gerichts kommt.“ Ihr Glaube könne nicht von ihrer Person losgelöst werden. Die 49jährige ist im US-Bundesstaat Kentucky im Landkreis Rowan unter anderem für Trauungen zuständig.

Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hatte im Juni die Homo-Ehe in allen Bundesstaaten legalisiert und Gesetze gekippt, die Schwulen und Lesben die Ehe verbieten. Mehrere Bundesstaaten hatten bis dahin durch Volksabstimmungen beschlossen, keine Homo-Ehen anzuerkennen. (ho)

Muß in Haft: Christliche Beamtin am Pranger Foto: picture alliance/ZUMA Press

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