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Die Wacht am Rhein

Das hat jetzt nochmal richtig angezogen“, freut sich Markus Wiener am Telefon. Der 32 Jahre alte stellvertretende Vorsitzende von Pro Köln und Generalsekretär von Pro NRW ist hörbar gut gelaunt. Am Wochenende veranstaltet die Bürgerbewegung die Neuauflage ihres Anti-Islamisierungskongresses in Köln, und für die Pressekonferenz am Freitag haben sich so ziemlich alle namhaften Nachrichtenagenturen, Fernsehsender und Zeitungen angemeldet.

„Das Interesse ist wieder erfreulich  groß“, sagte Wiener, und man merkt ihm die Erleichterung darüber an. Denn es stand nicht von Anfang an fest, ob die Medien der Pro-Köln-Veranstaltung nochmals solche Aufmerksamkeit schenken würden wie im vergangenen September. Damals war der Kongreß zwar wegen massiver Ausschreitungen von Linksextremisten abgebrochen und verboten worden. Die Empörung, die danach vor allem über das Verhalten der Polizei entstanden war, hat Pro Köln nach eigenen Angaben aber erheblichen Zulauf beschert – nicht zuletzt wegen der breiten Berichterstattung in den Medien.

Dennoch, erste Rückschläge mußte die Bürgerbewegung auch diesmal wieder hinnehmen. Der Roncalli-Platz am Kölner Dom wurde ihr als Veranstaltungsort untersagt, aus Sicherheitsgründen, wie die Polizei angab. Krawalle von Linksextremisten könnten gerade an diesem zentralen Punkt zu einem nicht kalkulierbaren Risiko werden. Pro Köln mußte mit dem Kongreß daher auf den recht abseits, auf der anderen Rheinseite in Köln-Deutz gelegenen Barmer Platz ausweichen. Eine daraufhin angemeldete Demonstration vom Barmer Platz zum Standort der geplanten Großmoschee in Köln-Ehrenfeld wurde ebenfalls von der Polizei mit dem Hinweis auf mögliche Ausschreitungen  verboten.

Daß die Polizei Randale erwartet, ist nicht ganz unbegründet. Da die massiven Krawalle im vergangenen Jahr, als sogar Signalanlagen der Bahn in Brand gesteckt wurden, zu einem Abbruch des Kongresses führten, könnten sich Linksradikalen in ihrer Vorgehensweise bestärkt fühlen. Und auch die Bundesregierung bestätigte in einer Antwort auf die Anfrage des parteilosen Bundestagsabgeordneten Henry Nitzsche, daß „nach Kenntnis der Sicherheitsbehörden von einer Vielzahl von Organisationen zu Gegenveranstaltungen aufgerufen“ werde, „darunter auch von linksextremistischen Gruppierungen“. Nitzsche, der als Redner für den Kongreß angekündigt ist, rief deshalb Anfang der Woche nochmals zur Unterstützung der Veranstaltung auf. Es gehe nicht nur darum, ein Zeichen gegen die schleichende Islamisierung Deutschlands zu setzen, „sondern auch um die Verteidigung von elementaren Grundrechten wie die Versammlungs- und Meinungsfreiheit“, sagte Nitzsche. Um so wichtiger sei es deshalb, daß möglichst viele am Wochenende dem Aufruf von Pro Köln folgten. Denn dann werde es für die Polizei erheblich schwieriger, „dem Druck der linken Chaoten nachzugeben und den Anti-Islamisierungskongreß erneut zu verbieten“.

Das sieht auch Pro-Köln-Chef Markus Beisicht so, der wegen der prominenten Gäste jedoch fest mit einer großen Teilnehmerzahl rechnet. „Eine solche Versammlung verschiedener deutscher und europäischer Rechtspolitiker gibt es in Deutschland nicht alle Tage“, sagte er gegenüber der JUNGEN FREIHEIT. Unter anderem werden die Europaabgeordneten Andreas Mölzer (FPÖ), Mario Borghezio (Lega Nord) und Carl Lang (ehemals Front National) sowie FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky und der Fraktionsvorsitzende des Vlaams Belang, Filip Dewinter, erwartet. Letzterer hat zudem angekündigt, eigene Busse zu stellen und mit zahlreichen Mitgliedern des Vlaams Belang zum Kongreß zu kommen.

Für die Pro-Bewegung steht am Wochenende einiges auf dem Spiel. Der Verlauf des Kongresses dürfte sich nicht unwesentlich auf die Kommunalwahl am 30. August auswirken, bei der Pro NRW in zahlreichen Kreisen und Städten antritt. Ihr dortiges Abschneiden wiederum wird maßgeblich über einen Antritt zur Landtagswahl im Jahr darauf entscheiden.

Die JF wird am Wochenende auf ihrer Internetseite (www.jungefreiheit.de) aktuell über den Anti-Islamisierungskongreß berichten.

Foto: Linksextremisten blockieren den Anti-Islamisierungskongreß, Pro-Köln-Logo: Aufruf im Internet

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