Im Osten wie im Westen unbequem: Die Werke des sächsischen Schriftsteller und Dramaturgen Volker Braun erzählen vom Leben in Übergangsgesellschaften. Warum sie nach Jahrzehnten aktuell bleiben, erklärt Thorsten Hinz.
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“ Tatsächlich verwandelt er [der „Westen“] sich seither dem besiegten Konkurrenten mehr und mehr an. Kenntnisfreie Ideologen ruinieren eine funktionierende Wirtschaft; die Massen werden mittels Propaganda formiert und verdummt, und was früher politische Schulung hieß, nennt sich jetzt Demokratieerziehung. Die Erziehertypen sind übrigens identisch“
Egal was man davon hält: So i s t es.
In 1989 konstatierte der „Westen“: „Wir haben gesiegt!“
Wer ist eigentlich „wir“? Und „was“ hat „worüber“ gesiegt?
Sieger lassen sich mit solchen Fragen nicht die Laune trüben. Selbstgefällig legte der „Westen“ sich in die Hängematte, steckte sich eine Zigarre an („dann geht alles wie von selbst“), blies Kringel in die Luft und entspannte sich.
Doch unter ihm begann die Wühlarbeit. Denn was den Osten zersetzte, durchsetzt jetzt den Westen.
Und was ist mit den Idealisten? Emanzipatorische und caritative Ambitionen?
Das sind allgemeinmenschliche Impulse. Mit Osten und Westen hat das nichts zu tun.
Hehre Ambitionen, aber, die Erfahrung lehrt es, korrumpierbar.
Wenn die Maden der Mißgunst beginnen, sich hindurchzufressen …
„Gar mancher, der Despoten droht / Wird wenn er kann, wie sie, Despot“
#Avantgardist der Niederlage# – was oder wer soll das sein? Ich denke da an Julian Nagelsmann & Männer. 250.000 sollen eine Petition für die Wiederholung des Spanien-Spiels unterzeichnet haben. Früher nannten wir sie schlechte Verlierer.
Und trotzdem: Viele (ich fürchte fast alle) Westdeutsche inkl. einiger verbohrter hiesiger Foristen werden gar nicht verstehen (können) wovon T. Hinz schreibt. Es wird ihnen für immer ein Rätsel bleiben müssen. Kassandra lässt grüßen – oder: Wehe den Siegern. Schlimmer noch: Sie wollen es nicht begreifen, sie spüren nicht einmal den Hauch der Verwesung, der doch nun überall spürbar ist. Noch werden sie später so wortvollendet den Verlust beklagen können. Geistloses Geschwätz und tumbe Beschimpfungen waren und sind das Mittel der Wahl, den eigenen (westlich) eingebildeten Platz unverdient behaupten zu wollen, wo doch nichts mehr ist.
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