BERLIN. Die beiden deutschen Amtskirchen verlieren weiter an Mitgliedern. Inzwischen gehören in Deutschland 36,6 Millionen Bürger der evangelischen oder der katholischen Kirche an, wie aus neuen Zahlen hervorgeht, die die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz am Montag vorgestellt haben. 2025 hatten den beiden großen Kirchen noch 37,8 Millionen Mitglieder angehört – 1,2 Millionen mehr als aktuell.
Die katholische Kirche bleibt mit 19,2 Millionen Mitgliedern Deutschlands größte Glaubensgemeinschaft, der EKD gehören 17,4 Millionen Menschen an. Beide Amtskirchen verloren im vergangenen Jahr jeweils etwa 600.000 ihrer Mitglieder. Bei der evangelischen Kirche setzte sich der Mitgliederschwund aus 350.000 Austritten aus den 20 evangelischen Landeskirchen zusammen, 330.000 Mitglieder verstarben. Etwa 105.000 Personen ließen sich im vergangenen Jahr taufen oder traten der EKD bei.
Gründe für Austritte bei beiden Amtskirchen ähnlich
Bei der katholischen Kirche verhält es sich ähnlich. Etwa 307.000 Mitglieder verließen 2025 die Institution – das sind fast 14.000 weniger als 2024. Etwa 203.000 Angehörige starben, auch das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als es 213.000 waren. 109.000 Menschen wurden 2025 katholisch getauft, weitere 7.000 Personen traten erstmals oder erneut der Glaubensgemeinschaft bei.
Die Gründe, die Kirchen zu verlassen, sind bei ehemaligen Katholiken ähnlich wie bei Protestanten. Einer Mitgliederbefragung der EKD aus dem Jahr 2023 zufolge nannten die meisten ausgetretenen Katholiken den Umgang mit sexuellen Missbrauchsfällen für den wichtigsten Grund, unter ehemaligen Protestanten galt die mangelnde Glaubwürdigkeit ihrer Kirche als der Hauptgrund – der Umgang mit Missbrauchsskandalen lag auf Platz drei. „Der innere Aufbau der Kirche ist zu hierarchisch und undemokratisch“, gaben Ausgetretene beider Amtskirchen als viertwichtigsten Austrittsgrund an. Auch die Aussage „Man kann auch ohne Kirche christlich sein“ landete bei Apostaten beider Kirchen unter den fünf wichtigsten Gründen. (st)






