Comedy for Future
Der Komiker Atze Schröder (l.) und weitere Künstler der Initiative „Comedy for Future“ Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa
„Comedy for Future“

Deutsche Komiker sammeln Geld gegen Klimawandel

KÖLN. Insgesamt 17 fernsehbekannte Komiker haben die Veranstaltung „Comedy for Future“ in der Kölner Lanxess-Arena angekündigt, deren Erlöse in Klimaschutzprojekte fließen sollen. „Wir Comedians haben auf jeden Fall eine gesellschaftspolitische Verantwortung“, betonte Atze Schröder gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Uns geht es so gut, da müssen wir etwas zurückgeben.“

Die Humoristen wollen sich jeweils einem der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN) widmen. Schröder etwa befasse sich mit der Flüchtlingspolitik. Zu den eingespannten Kabarettisten zählen unter anderem Jaqueline Feldmann, Matze Knop, Markus Krebs, Benaissa Lamroubal, Tobias Mann, Michael Mittermeier und Olaf Schubert. Die globalen Ziele der UN sind Teil der Agenda 2030, durch die die Mitglieder des Staatenbunds nach eigenen Angaben „ein menschenwürdiges Leben ermöglichen und gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft bewahren“ wollen.

Künstler wollen Denkanstöße geben

Der Klimawandel sei ein Thema, daß er bislang zu wenig bearbeitet habe, begründete Schröder seine Motivation. „Ich sehe die Veranstaltung als gute Möglichkeit, um sowohl Stellung zu beziehen als auch zu unterstützen, denn der Klimawandel ist unübersehbar.“ Er und seine Kollegen hofften, Denkanstöße zu geben, „wo dem ein oder anderen dann doch das Lachen im Hals stecken bleibt“.

TV-Produzent und Mitinitiator des Ereignisses, Wolfgang Link, ergänzte, Humor sei „eines der besten Vehikel“, um die Themen der Nachhaltigkeit im Bewußtsein der Menschen zu verankern. Link ist einer der Gründer des Vereins „Comedy for Future e.V.“, der für das Projekt eingerichtet wurde.

Somuncu: „Greta ist kein weiches Ziel“  

Der Kabarettist Serdar Somuncu sprach dagegen im Interview mit dem Tagesspiegel, warum auch die schwedische Klimaschützerin Greta Thunberg Kritik aushalten müsse. Thunberg sei „gar kein so weiches Ziel“, denn „die Leute, die hinter ihr stehen, sind ein sehr hartes Ziel. Ich wehre mich gegen die Oberflächlichkeit, die durch die Figur Greta Thunberg repräsentiert wird“. Auch bei den Demonstranten im Hambacher Forst stelle er eine Ambivalenz fest. Diese Leute, „die demonstrieren und dazu twittern, laden ihr Handyakku mit Strom von RWE auf“.

Der Komiker Dieter Nuhr hatte vergangenes Jahr über Thunberg gewitzelt und war deshalb mehrmals in die Kritik geraten. Somunco bezeichnete das „Gelaber“ über Nuhr als „schrecklich“. Auch Jürgen von der Lippe sagte kürzlich dem Hamburger Abendblatt: „Die Leute haben es satt, erzogen zu werden. Und die Leute haben Greta satt.“  (hr)

Der Komiker Atze Schröder (l.) und weitere Künstler der Initiative „Comedy for Future“ Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa

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