Vergangene Woche kam es zu einem Schlagabtausch zwischen Grünen-Chefin Franziska Brantner und einem Abgeordneten der AfD. Letztere hatte im Bundestag eine Aktuelle Stunde beantragt zu den linksextremen Attacken auf Reporter von JF und Apollo News während des AfD-Bundesparteitages in Erfurt (JF berichtete). Neben Linken mussten sich Vertreter der Grünen besonders zu Distanzierungen von Gewalt durchringen. Brantner begründete die Notwendigkeit der Blockadeaktionen gegen die AfD erwartbar wegen deren angeblich rechtsextremer Orientierung.
Dann rief die Grüne plötzlich: „Ich kann Ihnen deutlich sagen: Was deutsch ist, das bestimmen Sie nicht.“ Die AfD schwenke auf ihren Parteitagen immer „diese Deutschlandfähnchen“. Die Partei täte, als gehöre ihr diese Fahne. Das stimme aber nicht. Um dann an die Entstehung der deutschen Flagge zu erinnern: Sie seien die Farben der „Demokraten der ersten Stunde“, der Jenaer Studenten (das Wort Urburschenschaft mied sie), die „1815 gegen Kleinstaaterei und für Freiheit aufbegehrten“. Hambacher Fest 1832, die erste Nationalversammlung von 1848, Weimarer Republik. „Das sind unsere Farben“, die „der Demokraten“.
„Das sind unsere Farben!“ Streit im Bundestag um die deutschen 🇩🇪Nationalfarben! Erstaunlich: Grünen-Chefin Franziska Brantner reklamiert Schwarz-Rot-Gold gegen die AfD für „uns Demokraten“. Die grüne Parteijugend wollte die „Scheiß Deutschlandflaggen“ eben noch runterreißen. pic.twitter.com/hbdHdb5DYI
— Dieter Stein (@Dieter_Stein) July 8, 2026
In einer Intervention gratulierte der AfD-Abgeordnete Stefan Schröder der Grünen zur Darstellung der schwarzrotgoldenen Historie und rief: „Lasst sie uns hissen, lasst sie uns überall zeigen im ganzen Land“. Doch hatte nicht eben erst der Chef der Grünen Jugend während der Fußball-WM gefordert, diese Fahnen herunterzureißen?
Ohne positiven Nation-Bezug scheitert die Demokratie
Beim hilflosen Versuch, die Flagge für „unsere Demokratie“ zurückzuerobern, stoßen vor allem Linke auf das hausgemachte Problem der prinzipiellen Weigerung, sich positiv mit der eigenen Nation zu identifizieren. Brantners Versuch scheitert kläglich, weil die Verachtung dem Eigenen gegenüber bei der linksliberalen politischen Klasse zum guten Ton gehört. Aus dieser penetranten Absage an die nationale Identität speist sich sogar eine spezifisch deutsche moralische Überheblichkeit, mit der wir anderen Nationen permanent auf den Wecker gehen.
Darin wurzelt auch die verklemmte Erinnerung an deutsche Helden, die in einer großartigen nationalen Freiheitstradition stehen. Spürbar wird dies besonders beim alljährlichen verdrucksten Gedenken an die Männer der Erhebung des 20. Juli 1944 um den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Bei diesem Widerstand wird sein zentrales Motiv in der offiziösen Würdigung ausgeblendet: die Rettung des Reiches, die Rettung der Nation vor Schmach und Untergang.
Identifikation mit der politischen Ordnung und den Institutionen des Staates wird ohne positiven Bezug auf die Nation und ihren demokratischen Souverän, das deutsche Volk, jedoch zwangsläufig scheitern.






