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Start ins Superwahljahr: Im Südwesten braut sich was zusammen

Start ins Superwahljahr: Im Südwesten braut sich was zusammen

Start ins Superwahljahr: Im Südwesten braut sich was zusammen

Wahlplakate der Parteien für die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg sind an Bäumen einer Allee an einer Zufahrtsstraße befestigt. Die CDU, die Grünen und die AfD sind dort die stärksten Parteien.
Wahlplakate der Parteien für die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg sind an Bäumen einer Allee an einer Zufahrtsstraße befestigt. Die CDU, die Grünen und die AfD sind dort die stärksten Parteien.
Plakate für die Landtagswahlen: Baden-Württemberg ist ein Schatten seiner selbst. Foto: picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
Start ins Superwahljahr
 

Im Südwesten braut sich was zusammen

Baden-Württemberg steht sinnbildlich für die desaströse deutsche Wirtschaftspolitik. Doch ausgerechnet hier stehen die Grünen vor einem Wahlerfolg. Ein Kommentar von JF-Chefredakteur Dieter Stein.
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Es ist der Auftakt zum Superwahljahr. Der Urnengang zum Stuttgarter Landtag am kommenden Sonntag wird auch zum Test für die Bundesregierung. Mit Baden-Württemberg steht das Erfolgsmodell Deutschland zur Disposition. Der Südwesten ist die wirtschaftliche, innovative Herzkammer der Nation. Obwohl nur 13 Prozent der Bürger hier leben, werden dort fast 40 Prozent der deutschen Patentanmeldungen eingereicht. Dahinter stehen Firmen wie Mercedes, Bosch, Porsche, Mahle, ZF – aber auch zahllose mittelständische „Hidden Champions“. Auch investiert kein anderes Bundesland mehr in Forschung und Entwicklung.

Doch über Schwarzwald und Schwäbischer Alb ballen sich dunkle Wolken eines Sturms zusammen. Sie treffen eine Region, die lange vor Kraft kaum gehen konnte. Nun überschlagen sich Nachrichten über Stellenabbau und Standortschließungen im Autoland. Hart trifft die Wirtschaft besonders eine völlig aus dem Ruder gelaufene Energiepolitik, die Deutschland mit einer im Ökowahn forcierten Klimawende als Geisterfahrer gegen die Wand fährt.

Özdemir holt rasant auf

Baden-Württemberg, Jahrzehnte von einer einst konservativen CDU geprägt, wurde zum Stammland der Grünen. Der erfolgreiche Widerstand gegen das Kernkraftwerk Wyhl in Südbaden wurde zum Mythos. Erste Städte eroberten grüne OBs in Freiburg, Konstanz, Tübingen. Die lange prosperierende Wirtschaft spülte Steuereinnahmen in Haushalte von Kommunen und Land – und machte übermütig. Nirgends wurde die Hybris größer, Fundamente der Wirtschaft zu schleifen. Jetzt schlagen alle Städte Alarm wegen dramatisch einbrechender Gewerbesteuereinnahmen.

Fukushima machte Winfried Kretschmann 2011 zum ersten grünen Ministerpräsidenten. Um ihn zu stoppen, vollzog Kanzlerin Angela Merkel (CDU) opportunistisch den Ausstieg aus der Kernenergie. Nirgends wurden Kühltürme dann schneller gesprengt als in Baden-Württemberg.

Die CDU verantwortet das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21. Die zweitgrößte und langsamste Großbaustelle Europas ist Sinnbild des Sanierungsfalls Deutschland. Früher Exportweltmeister, sauber, modern, innovativ, verkommt unser Land zur Lachnummer.

Das Verrückte: Der grüne Spitzenkandidat Cem Özdemir holt rasant auf. Er lässt sich medienwirksam beim „umstrittenen“ Ex-Grünen Boris Palmer in Tübingen trauen, nahm den blassen CDU-Spitzenkandidaten Hagel souverän gegen Vorwürfe wegen jahrealter vermeintlich sexistischer Interview-Aussagen in Schutz und könnte ihn überholen. Eigentlicher Gegenpol zu Dauer-Grün-Schwarz: die AfD. Sie kann mit einer Verdoppelung ihrer Stimmen auf 20 Prozent rechnen und den von Friedrich Merz erhofften Achtungserfolg verhageln.

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Aus der JF-Ausgabe 11/26.

Plakate für die Landtagswahlen: Baden-Württemberg ist ein Schatten seiner selbst. Foto: picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
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