Wolfgang Kubicki hat sich durchgesetzt – 59 zu 39 Prozent gegen die überraschend angetretene Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Triumph und Neuanfang? Nein. Schon die überlange, austeilende Bewerbungsrede von Strack-Zimmermann zeigte, wie tief gespalten die FDP ist. Und ihr Ergebnis bewies es einmal mehr. Fast du Hälfte der Delegierten ist bereit, ihrer eigenwilligen Interpretation von Liberalität eine Stimme zu geben.
Was Kubicki daher bevorsteht, ist mehr als Krisenmanagement. Er muss eine Partei neu aufstellen, in der Beisitzerinnen wie Nadin Zaya liberale Parteikollegen öffentlich als „rechten Rand der Gesellschaft“ diffamieren können und gleichwohl mit mehr als 50 Prozent ins Parteipräsidium gewählt werden.
Wer ist dieses Juli-Mitglied, das hier von @katjadler und @KemmerichThL als rechtem Rand der Gesellschaft spricht?
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— Freie Nachrichten 🦅 (@FrNachrichten) April 5, 2025
Die Basis der FDP braucht Mut zur Richtungsänderung
Genau das ist das Problem: Zu lange hat die FDP dem Sog der neuen Progressivität nachgegeben – jener Ideologie, die Liberalität mit Grenzenlosigkeit verwechselt, Wissenschaft ignoriert, wenn sie nicht passt, und die sich anmaßt, gesellschaftlichen Fortschritt politisch definieren und erzwingen zu können.
Wer die FDP retten will, muss zurück zu ihren Wurzeln: Wirtschaftsliberalismus, Eigenverantwortung, individuelle Freiheit als Prinzip. Kubicki kann den Rahmen schaffen. Aber nur, wenn die Basis endlich den Mut, die Bereitschaft und vor allem die Mehrheit zur echten Richtungsänderung aufbringt.
Katja Adler, Politikberaterin, war von 2021 bis 2025 Bundestagsabgeordnete der Freien Demokraten.






