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Sexismus-Vorwürfe in der Linkspartei: „MeToo“ als Sargnagel

Sexismus-Vorwürfe in der Linkspartei: „MeToo“ als Sargnagel

Sexismus-Vorwürfe in der Linkspartei: „MeToo“ als Sargnagel

Linkspartei: 32 Jahre nach der Wiedervereinigung scheint sie ihr Haltbarkeitsdatum weit überschritten zu haben
Linkspartei: 32 Jahre nach der Wiedervereinigung scheint sie ihr Haltbarkeitsdatum weit überschritten zu haben
Linkspartei: 32 Jahre nach der Wiedervereinigung scheint sie ihr Haltbarkeitsdatum weit überschritten zu haben Foto: picture alliance/ Oliver Berg/dpa
Sexismus-Vorwürfe in der Linkspartei
 

„MeToo“ als Sargnagel

Was für ein Paukenschlag bei der Linken: Nach Richtungsstreit und Wählerschwund, muß sich die SED-Nachfolgepartei nun mit Sexismus-Vorwürfen auseinandersetzen. Der Rücktritt der Parteivorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow ist der aktuelle Tiefpunkt der linken Partei-Parabel.

32 Jahre nach der Wiedervereinigung scheint die Linke ihr Haltbarkeitsdatum weit überschritten zu haben. Die aktuelle Berichterstattung liest sich wie ein Requiem. Jeder Tweet mit dem Hashtag „LinkeMeToo“ ist ein weiterer Sargnagel für die Partei und ein Schritt in die politische Bedeutungslosigkeit. Bei der Landtagswahl im Saarland stimmten gerade einmal 2,6 Prozent der Wähler für die Linkspartei. Damit schaffte sie es nicht über die 5-Prozent-Hürde und verpaßte den Einzug in das Landesparlament.

Hennig-Wellsow begründet Rücktritt mit eigenem Versagen

Ihren Rücktritt begründete Hennig-Wellsow neben dem Wunsch, mehr Zeit für ihren achtjährigen Sohn zu haben, mit der Erkenntnis, Erwartungen auf Landes- und Bundesebene nicht erfüllt zu haben. „Das Versprechen, Teil eines Politikwechsels nach vorn zu sein, konnten wir aufgrund eigener Schwäche nicht einlösen“, führte die 44jährige in ihrem Rücktrittsschreiben aus.

Überdies habe der „Umgang mit Sexismus in den eigenen Reihen eklatante Defizite“ in der Partei offengelegt, kritisierte sie mit Blick auf die aktuellen Vorwürfe gegen mehrere Mitglieder des hessischen Landesverbands. Mittlerweile haben sich Dutzende Personen aus dem Umfeld der Linken gemeldet, die angeben, selbst Opfer sexueller Übergriffe durch Parteimitglieder geworden zu sein. Die Rede ist von einer „toxischen Machokultur“. Dabei soll Hessen nur die „Spitze des Eisbergs“ sein, heißt es aus den Parteikreisen. Machtmißbrauch und sexualisierte Gewalt grassieren demnach seit Jahren in der Partei.

Die alten weißen Männer sind schuld

Die Vorwürfe reichen von verbalen Belästigungen, Grabschen bis hin zu Vergewaltigungen. Opfern sei nicht zugehört, die Taten runtergespielt worden. Die Schuldigen sind schnell ausgemacht: Es sind die alten weißen Männer der Partei.

„Wir haben in der Linken ein Problem mit Männerbünden, bestehend aus Funktionären, die schon seit der Gründung aktiv sind, Ämter auf sich vereinen und sich gegenseitig helfen, ihre Macht zu festigen“ kritisierte der Vorsitzende der Linken-Nachwuchsorganisation Linksjugend solid, Jakob Hammes. „Wenn intern Grenzüberschreitungen von solchen Männern bekannt werden, heißt es oft: Den kenne ich schon so lange, der ist doch ein Guter“.

Linkspartei will „Gutsein“ für sich gepachtet haben

Und genau darin liegt der Hund begraben: Die politische Linke beansprucht, das „Gutsein“ für sich gepachtet zu haben. Sie hat es quasi zu ihrer Kernidentität gemacht. Linke Politik heißt gegen Krieg sowie Ungerechtigkeiten jeglicher Art zu sein und die Welt zu retten, so das öffentliche Framing. Linke Männer übernehmen mindestens 50 Prozent des Haushalts, gehen in Elternteilzeit und wechseln Windeln. Sie ernähren sich mindestens vegetarisch, wenn nicht vegan und sind von Geburt aus die perfekten Frauenversteher.

Vermeintlich haben linke Männer ihre „toxische Männlichkeit“ überwunden – so die Vorstellung linker Ideologie, die natürlich nur in der Phantasie Bestand hat. Nun ist die Linkspartei in der Realität aufgewacht und das Ideal des linken Mannes ist zerschlagen. Auch aus den Reihen der Grünen werden nun „Metoo“-Vorwürfe erhoben.

Es ist an der Zeit zu erkennen: Menschen in Machtpositionen üben Macht aus. Manchmal konstruktiv und zuweilen, bei einem schlechten Charakter, leider auch de destruktiv und zum Schaden anderer. Was die Linkspartei noch lernen muß, ist, daß dies in gleichem Maße auf Frauen zutrifft. Auch Frauen üben Macht über andere aus, nur hat dies in den meisten Fällen ein anderes Gesicht, da es meist nicht sexueller Natur ist. Dies ist aber nicht weniger perfide oder mißbrauchend.

Linkspartei: 32 Jahre nach der Wiedervereinigung scheint sie ihr Haltbarkeitsdatum weit überschritten zu haben Foto: picture alliance/ Oliver Berg/dpa
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