Merkel schwenkt auf eine gesetzliche Frauenquote um

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Angela Merkel auf der CeBIT 2012: Nicht nur in Quotenfragen taktisch flexibel Foto: Wikipedia/Ralf Roletschek, Lizenz: bit.ly/w0D872

Angela Merkel hat endgültig den Hosenanzug heruntergelassen. Im Kanzleramt, so berichtet Spiegel-Online, denke man darüber nach, die Frauenquote 2013 zum Wahlkampfthema zu machen. Merkel sei zu der Überzeugung gelangt, daß die flexible, freiwillige Selbstverpflichtung der Dax-Unternehmen, den Frauenanteil in den Vorständen und den Aufsichtsräten zu erhöhen, nicht fruchtet. Deshalb müsse eine gesetzliche Regelung her, die die Aktiengesellschaften zu ihrem Glück zwingt.

Sollten die Durchstechereien stimmen, düpiert Merkel nicht nur ihre Familienministerin und Parteifreundin Kristina Schröder – eine Verfechterin der Flexiquote –, sondern schlägt sich dezidiert auf die Seite von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Die einflußreiche Chefgouvernante hatte sich schon vor Jahr und Tag für einen gesetzlichen Zwang stark gemacht. Mehr noch als die Einflüstereien ihres „Girl’s Camp“ dürften Merkel die Umfragen zur Frauenquote überzeugt haben, wonach eine knappe Bevölkerungsmehrheit dafür ist.

Die erfahrene Wendepolitikerin demonstriert wieder einmal ihre taktische Wendigkeit. Prinzipien sind egal, wenn die Macht auf dem Spiel steht. Wo Merkel vielleicht die nächsten Wahlen gewinnt, bleiben elementare Freiheiten – hier: die Unternehmensfreiheit und das Privateigentumsrecht – auf der Strecke. Das Paradoxe dabei: Der Sozialismus, der mit seinen ineffizienten volkseigenen Betrieben und Kombinaten einstmals unterging, feiert heute triumphalen Einzug in die deutsche Unternehmenskultur. 

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