BERLIN. Schauspieler Jan Josef Liefers hat vor einer Dramatisierung eines möglichen AfD-Wahlsiegs in Sachsen-Anhalt gewarnt. „Ich glaube nicht, dass das ein Weltuntergang wird“, sagte der 62jährige im ZDF-Podcast „Lanz + Precht“. Auch die Demokratie sieht er dadurch nicht grundsätzlich gefährdet. „Ich glaube auch, dass die Demokratie eine starke und gut entwickelte Konstruktion ist“, so Liefers.
Deutschland verfüge über „mehr Resilienz“, als es „der ein oder andere jetzt glauben machen will, wenn er da so den großen Teufel an die Wand malt“.
Damit widersprach der „Tatort“-Darsteller der Vorstellung, ein möglicher Regierungswechsel in Sachsen-Anhalt müsse zwangsläufig eine Systemkrise auslösen. Moderator Markus Lanz hatte zuvor darauf verwiesen, dass die Möglichkeit einer ersten AfD-geführten Landesregierung die politische Lage in Deutschland grundlegend verändern könnte.
Liefers hält Distanz zur AfD
Von einer Sympathiebekundung für die Partei ist Liefers allerdings weit entfernt. Er bezeichnete deren Agenda als „relativ autoritär“. Auch mit einer „nationalen Idee eines gereinigten Volkes oder wie man es auch immer nennen will“ habe er noch nie etwas anfangen können.
Der gebürtige Dresdner verband diese Haltung mit seinen Erfahrungen in der DDR. Dort habe er früh gelernt, dass im privaten Umfeld oft anders gesprochen worden sei als in der Öffentlichkeit. „Eine meiner größten Erleichterungen war, als das vorbei war“, sagte Liefers über das Ende der DDR.
Umso kritischer sehe er, dass die Frage, was man an welchem Ort sagen könne, in Deutschland wieder stärker eine Rolle spiele. In den vergangenen Jahren habe er zunehmend das Gefühl bekommen: „Was sagt man wo, ist schon wieder ein Thema geworden.“ (rr)






