LONDON. Der tief gefallene Cambridge-Professor Jason Arday ist am Freitag tot in seiner Wohnung im Londoner Stadtteil Battersea aufgefunden worden. Der 41jährige sei von Rettungskräften nicht ansprechbar angetroffen und noch vor Ort für tot erklärt worden.
Die Polizei stuft den Tod als unerwartet ein, geht jedoch nicht von einem verdächtigen Hintergrund aus. Die Todesursache ist bislang nicht bekannt. Der Fall werde dem zuständigen Gerichtsmediziner übergeben.
Arday war 2023 zum jüngsten schwarzen Professor in der Geschichte der Universität Cambridge berufen worden. Im Juli 2025 begann sein dramatischer Abstieg. Britische Medien fanden mehr als 100 offenbar übernommene Passagen in seiner Doktorarbeit. Auch seine Angaben zu sportlichen Höchstleistungen, Millionenspenden und mehreren rassistischen Angriffen erwiesen sich als nicht belegbar (JF berichtete). Cambridge kündigte daraufhin eine Untersuchung zu Ardays akademischen Qualifikationen und Ehrenämtern an. Am 5. August legte er seine Professur nieder. Die Anschuldigungen und die öffentliche Berichterstattung hätten ihn und seine Angehörigen schwer belastet, erklärte er damals.
Familie spricht von „Kampagne“
Ardays Familie bestätigte seinen Tod in einer über den Verlag Simon & Schuster verbreiteten Erklärung. Der Professor sei seit seiner Berufung nach Cambridge „anhaltenden Anfeindungen“ ausgesetzt gewesen. Eine „Kampagne der Falschinformationen“ sei schließlich zu viel für ihn geworden. Die Angehörigen baten die Presse, sie nun in Ruhe zu lassen.
Ein Zusammenhang zwischen der öffentlichen Debatte und Ardays Tod ist bislang nicht festgestellt. Cambridge-Rektorin Deborah Prentice zeigte sich „zutiefst erschüttert“ und sprach der Familie und den Freunden des Verstorbenen ihr Mitgefühl aus.




