BERLIN. Nach Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt ist die AfD laut einer Umfrage nun auch erstmals in Berlin stärkste politische Kraft. Wäre am kommenden Sonntag die Abgeordnetenhauswahl, würden 19 Prozent die Partei von Spitzenkandidatin Kristin Brinker wählen, wie aus einer Befragung des Insa-Instituts im Auftrag von „Nius“ hervorgeht. Im Vergleich zur vergangenen Umfrage des Instituts steigt die AfD um einen Prozentpunkt.
Die CDU hingegen rutscht um zwei Prozentpunkte auf den zweiten Platz und erreicht ebenso wie die Linkspartei, die wiederum um drei Prozentpunkte zulegte, 18 Prozent. Die Grünen klettern um einen Prozentpunkt auf 16 Prozent, die SPD fällt um drei Prozentpunkte auf 13 Prozent.
FDP und das BSW würden mit jeweils vier Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und wären nicht im Abgeordnetenhaus vertreten. Die restlichen Kleinparteien kommen gemeinsam auf acht Prozent.

Nach diesem Ergebnis würde Rot-Rot-Grün eine Mehrheit im Parlament erhalten. Sie kommen zusammen auf 47 Prozent. Union und AfD erreichen 37 Prozent. Von den 130 vorgesehenen Sitzen würde die AfD 29 Sitze, die CDU sowie die Linkspartei jeweils 28, die Grünen 25 und die SPD 20 erhalten.

AfD-Umfrage-Sieg erfolgte nach Wegner-Rücktritt
Die Umfrage wurde vom 14. Juli bis zum 21. Juli durchgeführt. Kurz zuvor, am 10. Juli, trat der derzeitige Berliner Bürgermeister, Kai Wegner (CDU), von seiner Kandidatur als Spitzenkandidat zurück (JF berichtete).

Dieser Schritt erfolgte, nachdem die Senatskanzlei eingeräumt hatte, dass der CDU-Politiker entgegen seinen eigenen Aussagen nicht nach dem linken Terroranschlag auf die Energieversorgung der Hauptstadt seit 8:08 Uhr morgens mit der Bundesregierung telefoniert hatte. (mas)





