Anzeige
Anzeige

Messermord von Trier: Leid ohne Mitleid

Messermord von Trier: Leid ohne Mitleid

Messermord von Trier: Leid ohne Mitleid

Friedrich Merz und der Tatort von Trier: Nur noch Routine. Leid statt Mitleid. Fotos: Picture Alliance
Friedrich Merz und der Tatort von Trier: Nur noch Routine. Leid statt Mitleid. Fotos: Picture Alliance
Friedrich Merz und der Tatort von Trier: Nur noch Routine. Fotos: Picture Alliance
Messermord von Trier
 

Leid ohne Mitleid

Der Kanzler ruft bei der Mutter des von einem Afghanen in Trier ermordeten Marius an und heuchelt Mitleid. Konsequenzen wird es sowieso nicht geben. Es braucht sich schon lange niemand mehr über Häme im Internet beschweren, wenn die politisch Verantwortlichen so konsequenz- und anstandslos regieren.
Anzeige

Das Schlimmste, was Eltern in ihrem Leben passieren kann, ist es, die eigenen Kinder zu Grabe zu tragen. Das Grauen, das Elke und Thomas Dick in diesen Tagen durchmachen, kann man nicht in Worte fassen. Ihr 22jähriger Sohn Marius wurde auf offener Straße von einem gleichaltrigen Afghanen mit einem Messer ermordet. Einfach so. Täter und Opfer kannten sich nicht.

Der Afghane galt als „gut integriert“. Ein Kollege sagt der Bild über ihn: „Er war vier Jahre bei uns beschäftigt, sprach sehr gut Deutsch. Es gab nie irgendwelche Auffälligkeiten, er galt als bestens integriert. Deshalb war die Fassungslosigkeit umso größer.“ Sein Asylantrag wurde 2017 abgelehnt, doch weil er zu dem Zeitpunkt minderjährig gewesen sein soll, durfte er nicht abgeschoben werden und erhielt eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung.

Zynische Routine macht sich breit

Nun sitzt der „bestens integrierte“ Afghane in einer Psychiatrie, weil er an einer Erkrankung gelitten haben soll, die offenbar kein Grund war, die jetzt explodierte tickende Zeitbombe außer Landes zu schaffen. Es ist ein bekanntes Muster. Asylantrag abgelehnt, trotzdem darf man bleiben, am Ende fließen erst Blut und dann Tränen. Es ist traurige Routine in einem Land, das sich selbst aufgegeben hat. Das diese Taten mehrheitlich und an seinen entscheidenden Stellen nur noch schulterzuckend zur Kenntnis nimmt. Heute ist es Marius, morgen dann halt jemand anderes.

Mit zynischer Routine verschwimmen diese Fälle gleichen Musters ineinander. In Nürnberg ermordete jüngst ein Iraner die Mitarbeiterin einer Spielothek. Ihren Namen kennen wir nicht, auch nicht den ihrer trauernden Eltern. Erinnert sich noch jemand an die zwei Männer, die 2022 von einem Somalier unter „Allahu Akbar“-Geschrei im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim regelrecht abgeschlachtet wurden, nachdem der Ausländer seine Ex-Freundin bedroht hatte? Einem seiner Opfer trennte er den Arm ab und warf ihn auf den Balkon seiner Ex-Freundin. Er mordete aus Hass auf deutsche Männer.

Plötzlich sind dann alle „psychisch krank“

Im Prozess wird er freigesprochen, weil er psychisch krank gewesen sein soll. Wieder so ein Fall. Heute lässt er es sich in einer deutschen Psychiatrie gutgehen, statt in einem Gefängnis in seiner Heimat lebenslang zu verrotten. Jonas hieß einer der jungen Männer, die er eiskalt ermordete. Jetzt geht es um Marius. Erinnert sich mal jemand, dass die Opfer „Mohamad“ hießen?

Mohamad heißt übrigens ein Syrer, der am Montag freigesprochen wurde, nachdem er im Juli 2025 in einem ICE mehrere Fahrgäste mit einer Axt massakrieren wollte. Dass niemand ermordet wurde, sei „schlichtweg Zufall“ gewesen, wie die Richterin sagt. Auch er kam als „minderjähriger Flüchtling“ in dieses Land. Statt ins Gefängnis darf er nun in die Psychiatrie, weil, na klar, er psychisch gestört war.

Akif Pirinçci hatte recht

Und so könnte es immer weitergehen. Äxte, Macheten, Messer, Asylbewerber, psychisch Kranke. Immer wieder und wieder. „Das Schlachten hat begonnen“, schrieb Akif Pirinçci 2013. Zwei Jahre vor Merkels Grenzöffnung, bei der abertausende Mörder, Vergewaltiger, Zu- und Totschläger unkontrolliert in das Land einsickerten. Unter den Augen einer Regierung, die das so wollte. Die das sogar zu einer Tugend erklärte und den Menschen frech ins Gesicht log, „wir“ würden das schon schaffen.

Zehn Jahre später titelt der Focus „Fast eine Million Opfer durch Tatverdächtige aus größten Asyl-Herkunftsländern“. Dass die politische Linke bis heute versucht, solche Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik mit dem Hinweis zu relativieren, es könnten ja auch Touristen gewesen sein, zeigt ihre ganze moralische Verkommenheit.

Irgendwelche Stellen sollen irgendwas weiterleiten

Der Fall von Marius hebt sich aus zwei Gründen von den anderen täglichen Gräueltaten ab. Seine Mutter ist CDU-Kommunalpolitikerin und sie bekam einen Anruf vom Bundeskanzler. Es wäre unsensibel zu fragen, ob ersteres der Grund für zweiteres war. Anrufe von Merz bei anderen Opferfamilien sind allerdings nicht bekanntgeworden. „Es dauerte rund zehn Minuten und es war ein gutes Gespräch und es wurde uns Unterstützung angeboten“, sagt Marius‘ Vater danach der Bild-Zeitung. Details wollte er nicht nennen.

Das ist vielleicht auch besser so. Was soll der Kanzler schon sagen? Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder rief an. „Man bot uns psychologische Betreuung an und falls wir Hilfe benötigen würden, würde man umgehend jemanden vorbeischicken.“ Den Eltern soll zugesichert worden sein, dass das Thema in Berlin nun auf der Agenda stehe. Zudem sollen sie Unterstützung bekommen, weil die Mutter wegen ihrer CDU-Tätigkeit nun im Internet angefeindet werde. „Uns wurde zugesichert, dass wir uns in diesem Fall jederzeit melden könnten, und die zuständigen Stellen würden dies dann entsprechend weiterleiten und sich des Anliegens annehmen.“

Daniel Cohn-Bendit hatte recht

Man muss das der Reihe nach durchgehen. Die Häme, die die Mutter nun ertragen muss, ist unerträglich. Sie ist das kleinste nur vorstellbare Licht in der CDU-Maschinerie. Es passt aber in eine Gesellschaft, die eben hinnimmt, dass sich solche Fälle wieder und wieder zutragen, ohne dass sich etwas ändert. Die Verrohung wird von einer politischen Klasse geschürt, die auf solche Taten – wenn überhaupt – nur mit den immer gleichen Phrasen reagiert. Die Ohnmacht der Menschen, die mit Gewalt und Verwahrlosung leben müssen, sucht sich eben ein Ventil. Ob man das in den grünen Gated Communities in den Vorstädten und überteuerten Altbauvierteln nun geschmacklos und „menschenverachtend“ findet, ist völlig unerheblich.

„Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch“, schrieb der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit schon 1991. Er hatte recht. Die Saat ist aufgegangen, soll sich jetzt niemand beschweren, dass es so kam wie vorhergesagt.

Und natürlich trägt die CDU eine Mitschuld an den Zuständen. Ja, wer denn sonst? Es war eine CDU-Kanzlerin, die die Täter ins Land ließ, und es ist ein amtierender CDU-Kanzler, der das Migrationsproblem gegen jede Realität für „gelöst“ erklärte. Jetzt muss er Zehn-Minuten-Gespräche mit trauernden Eltern führen.

Psychose im Endstadium

Bezeichnend auch, dass den Politikern in dem Fall nun nicht mehr einfällt, als den Eltern in Sachen Internet-Anfeindungen zur Seite zu stehen. Diese Psychose, sich nicht um den Grund der „Hasskommentare“ zu kümmern, sondern die Reaktionen in den Mittelpunkt zu stellen, ist nun offenbar im Endstadium angekommen. Da müsste man wirklich mal ein paar Plätze in den Psychiatrien freiräumen. Aber die sind bekanntlich ja mit schuldunfähigen Tätern aus dem Rest der Welt voll belegt.

Bleibt das Versprechen, das Thema stehe in Berlin „auf der Tagesordnung“. Wie oft haben wir das jetzt schon gehört? Wie oft wurde den Menschen genau das versprochen? Das glaubt doch kein Mensch mehr. Das Einzige, was da gestern auf der Tagesordnung des Kanzlers stand und für ihn wichtig war, ist die Entscheidung, wer jetzt auf Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender folgt. Beim Einfühlungsvermögen des Kanzlers muss man schon froh sein, wenn die trauernden Eltern in ein paar Wochen nicht eine Autogrammkarte von ihm bekommen.

„Im Endeffekt kommt auch nichts dabei heraus“

Michael Kyrath, Vater der im Januar 2023 von einem staatenlosen Palästinenser, der im Prozess natürlich für psychisch krank erklärt wurde, ermordeten Ann-Marie, brachte es jetzt in einem Welt-Gespräch auf den Punkt: „Im Endeffekt kommt auch nichts dabei heraus. Es ändert sich leider überhaupt nichts.“ Ob auf solche Anrufe und Mitleidsbekundungen mal etwas folgt? „Ich verliere so langsam meinen Glauben daran.“

Und solange das so ist, wird es in diesem Land immer mehr Leid und immer weniger Mitleid geben.

Friedrich Merz und der Tatort von Trier: Nur noch Routine. Fotos: Picture Alliance
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles