BRÜSSEL. Mit einem scharfen Post hat die FDP-Europa-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann auf Kritik dreier bekannter Schauspielerinnen an Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) reagiert. In einem offenen Brief auf X wendet sie sich an Tina Ruland, Simone Thomalla sowie Caroline Beil und wirft diesen vor: „Das ist kein Klartext, das ist das Wörterbuch der AfD, präsentiert auf dem roten Teppich.“
Das Trio hatte den Berliner Senatschef für seine Lügen rund um sein Nichtstun beim großen Berliner Stromausfall angegangen (die JF berichtete). Ruland hatte über den Zustand des Landes zudem gesagt: „Daran sind nicht die Bürger schuld, daran ist auch nicht die AfD schuld, denn darüber reden wir. Daran sind einzig und allein die Altparteien schuld, die schlechte Politik machen.“
Darauf bezieht sich Strack-Zimmermann in ihrer wütenden Reaktion. Das Wort „Altparteien“ verwende die AfD, und damit dürfe man das nicht sagen – so der Subtext.
Liebe Frau Beil, liebe Frau Ruland, liebe Frau Thomalla,
dass Kai Wegner absolut keine Glanzleistung abgeliefert hat, darüber sind wir uns einig. Aber „an allem sind einzig und allein die Altparteien schuld“? Das ist kein Klartext, das ist das Wörterbuch der AfD, präsentiert auf… https://t.co/2ccKvnpf8V
— Marie-Agnes Strack-Zimmermann (@MAStrackZi) July 15, 2026
Strack-Zimmermann: „Demokratie ist kein Film“
Wegner habe zwar „keine Glanzleistung abgeliefert, aber seit „Manta, Manta hat sich die Weltlage etwas verändert“, doziert die FDP-Politikerin. Ruland hatte in dem Film von 1991 und auch in der Fortsetzung von 2023 die weibliche Hauptrolle gespielt. Das Wort „Altparteien“ gehöre zu „tiefergelegten Parolen“, so Strack-Zimmermann. Damit komme man „zwar in Rekordzeit von null auf Empörung. Nur eben keinen Meter voran.“
Sozusagen um ihre Schuld abzuarbeiten, fordert sie die drei Schauspielerinnen auf, im Europäischen Parlament eine Woche ein Praktikum zu machen – angeblich „ganz ohne Drehbuch“. Gleichzeitig lässt Strack-Zimmermann durchscheinen, wie anstrengend ihre Arbeit sei: „Sitzungen ab 8 Uhr, Aktenberge statt Scheinwerfer, Verhandlungen bis in die Nacht und am Ende Kompromisse, die Europa sicherer machen.“

Die FDP-Politikerin belehrt die Schauspielerinnen: „Demokratie ist kein Film, der nach 90 Minuten ein Happy End liefert. Sie ist harte Arbeit und das jeden Tag.“
Von den Schauspielerinnen ist bisher keine Antwort bekannt. Der Youtuber Kolja Barghoorn fragte Strack-Zimmermann unter deren Post aber: „Warum sollten die Damen plötzlich am Horror-Genre interessiert sein?“ (fh)





