Anzeige
Anzeige
Anja Arndt, AfD

Spiegel-Interview: Uli Hoeneß will die AfD durch Regierungsbeteiligung „demaskieren“

Spiegel-Interview: Uli Hoeneß will die AfD durch Regierungsbeteiligung „demaskieren“

Spiegel-Interview: Uli Hoeneß will die AfD durch Regierungsbeteiligung „demaskieren“

Der Ehrenpräsident von Bayern München, Uli Hoeneß: Nennt die AfD „Schaumschläger“. (Themenbild)
Der Ehrenpräsident von Bayern München, Uli Hoeneß: Nennt die AfD „Schaumschläger“. (Themenbild)
Der Ehrenpräsident von Bayern München, Uli Hoeneß: Nennt die AfD „Schaumschläger“. Foto: picture alliance / Lackovic | Mladen Lackovic
Spiegel-Interview
 

Uli Hoeneß will die AfD durch Regierungsbeteiligung „demaskieren“

Plötzlich zeigt sich Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß offen für ein AfD-Kabinett – aber nur, damit sie danach untergeht. Spott der FDP-Politikerin Strack-Zimmermann erntet er dennoch.
Anzeige

BERLIN. Der Ehrenpräsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, hat sich mit Blick auf die Wahl in Sachsen-Anhalt offen für eine AfD-Regierungsbeteiligung gezeigt. „Ich finde es ganz gut, wenn sie in dem einen oder anderen Land jetzt mal drankommen. Dann kann man sie nämlich packen“, sagte er in einem am Samstag erschienenen Spiegel-Videointerview. Die Partei bezeichnete er als „Schaumschläger“, die sich „immer schön durchlavieren“ würden. Bei einer absoluten Mehrheit würden sie aber „demaskiert“. Ohnehin sei Hoeneß der Meinung, man müsse die AfD „wegregieren“, statt sie zu verbieten.

Gleichwohl betonte Hoeneß, er würde sich „total abgrenzen gegen alles Rechtsradikale, was in dieser Partei“ stecke. Leute wie der thüringische Landeschef Björn Höcke würden ihm „nicht durch die Wohnungstür kommen“ Zudem verteidigte der Bayern-Ehrenvorsitzende die schwarz-rote Bundesregierung. Sie werde „so schlecht gemacht, wie es völlig unverdient“ sei.

Hoeneß gilt als jahrelanger AfD-Kritiker

Kritik kam von der EU-Abgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP). „Eil: Bayern bereits vor Anpfiff mit Eigentor“, schrieb sie auf dem Kurznachrichtendienst X.

Hoeneß kritisiert die AfD regelmäßig. „Würde einer unserer Spieler plötzlich Werbung für die AfD machen, würde ich allerdings mit ihm reden und ihn fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat“, hatte er noch im Februar gegenüber der Fußballzeitschrift Kicker gesagt (JF berichtete). Auch die Trauerfeier für Deutschlands Fußball-Idol Franz Beckenbauer in der Münchner Allianz-Arena vor einem Jahr hatte Uli Hoeneß genutzt, um gegen die AfD Stellung zu beziehen. Dabei sagte der 73jährige, er würde sich die WM-Stimmung von 2006 in Deutschland zurückwünschen, aber „die AfD will ich nicht dabei haben“.

Mit einer Spende unabhängigen Journalismus unterstützen.

Als Teil der deutschen Nationalmannschaft war Hoeneß 1974 Fußball-Weltmeister geworden. Der Bayern-Ehrenpräsident war von 1970 bis 1979 ein Spieler des Klubs, von 2009 bis 2014 dessen Vorstands- und Aufsichtsratschef. Nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung trat er allerdings zurück. Er bekam drei Jahre und sechs Monate Gefängnisstrafe. (kuk)

Der Ehrenpräsident von Bayern München, Uli Hoeneß: Nennt die AfD „Schaumschläger“. Foto: picture alliance / Lackovic | Mladen Lackovic
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles