BERLIN. Mitten in den Verhandlungen um das „große Reformpaket“, das angeblich in einer Woche stehen soll, ist die SPD-Spitze um Lars Klingbeil und Bärbel Bas mit einer neuen Forderung geplatzt. Wie Bild berichtet, wollen die Sozialdemokraten den gesetzlichen Urlaubsanspruch um einen Tag erhöhen. Dieser liegt für Vollzeitbeschäftigte derzeit bei mindestens 20 Tagen im Jahr. Nun sollen es 21 Tage werden.
Von der CDU wollte sich dazu bisher niemand äußern. Widerspruch kommt dagegen von den Arbeitgebern. Aus der Wirtschaft hieß es, ein weiterer Urlaubstag für Millionen Beschäftigte würde viele Firmen zusätzlich belasten, schreibt die Zeitung.
Merz klagt über zu geringe Arbeitszeiten
Die Ausweitung des Mindest-Urlaubes würde klar den Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) widersprechen, der seit Beginn seiner Amtszeit darüber klagt, dass die Deutschen zu wenig arbeiten würden. Die wirtschaftliche Talfahrt des Landes sieht er auch darin begründet.
Die CDU-Mittelstandsvereinigung kritisierte mit einer später zurückgezogenen Formulierung die „Lifestyle-Teilzeit“ vieler Arbeitnehmer, kritisiert aber weiterhin die zu geringen Arbeitszeiten in Deutschland.
Mit einer Erhöhung des Urlaubsanspruches würde diese Rhetorik indes konterkariert. Ob es darüber zu einem neuen Streit in der schwarz-roten Koalition kommt, ist bisher unklar, aber nicht unwahrscheinlich.

Beamte haben meisten Urlaub
Nach Schätzungen des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts verfügen rund vier Millionen Beschäftigte lediglich über den gesetzlichen Urlaubsanspruch. Der Rest hat zum Teil deutlich mehr Urlaub. Beim Handwerk sind es 25, für Arbeitnehmer in der Chemieindustrie, im Handel und der Metallbranche sind es in der Regel sogar 30 Tage.
Am meisten Urlaub haben Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst. Ab kommenden Jahr steigt deren Urlaubsanspruch von 30 auf 31 Tage. (fh)






