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Österreich: Innenminister will Syrer nicht heimschicken: „Wer putzt dann die Spitäler?“

Österreich: Innenminister will Syrer nicht heimschicken: „Wer putzt dann die Spitäler?“

Österreich: Innenminister will Syrer nicht heimschicken: „Wer putzt dann die Spitäler?“

Hält die Heimkehr vieler Syrer für unrealistisch: Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Foto: picture alliance / APA-Images | ROLAND SCHLAGER
Hält die Heimkehr vieler Syrer für unrealistisch: Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Foto: picture alliance / APA-Images | ROLAND SCHLAGER
Hält die Heimkehr vieler Syrer für unrealistisch: Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Foto: picture alliance / APA-Images | ROLAND SCHLAGER
Österreich
 

Innenminister will Syrer nicht heimschicken: „Wer putzt dann die Spitäler?“

Mehr als 100.000 Syrer leben in Österreich. Innenminister Gerhard Karner rechnet mit einem dauerhaften Verbleib vieler Migranten. Herbert Kickls Forderung nach „Remigration“ weist er zurück.
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WIEN. Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat eine vollständige Rückkehr der in Österreich lebenden Syrer in ihr Herkunftsland als unrealistisch bezeichnet. Seit dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 stellt sich in Österreich die Frage, wie viele syrische Staatsbürger dauerhaft bleiben, freiwillig zurückkehren oder abgeschoben werden.

In Österreich leben inzwischen mehr als 100.000 syrische Staatsbürger. Seit Kriegsende kehrten nach Angaben Karners lediglich 2.000 Menschen nach Syrien zurück.

Der Staat unterstützte die Rückkehr in 1.500 Fällen mit jeweils 1.000 Euro. Insgesamt wurden dafür bisher 1,5 Millionen Euro ausgezahlt. Eine größere Rückkehrwelle blieb dennoch aus. Im ersten Quartal 2026 kehrten laut Karner 270 Syrer heim. Hochgerechnet auf ein Jahr wäre das weniger als ein Prozent der in Österreich lebenden Syrer. Der ÖVP-Politiker geht davon aus, dass die Mehrheit langfristig in Österreich bleiben wird. Das gelte vor allem für jene, die bereits seit mehreren Jahren im Land leben und nicht straffällig geworden sind.

Syrer seien wertvoller Teil der Gesellschaft

„Ein Großteil ist auch bereit, sich zu integrieren und zu arbeiten. Auch wenn wir das noch mehr einfordern und unterstützen müssen“, sagte Karner im Interview mit dem Nachrichtenmagazin profil. Die Forderung von FPÖ-Chef Herbert Kickl nach „Asyl auf Zeit“ und „Remigration“ wies Karner zurück. Dass alle Syrer wieder heimkehren, halte er „weder für realistisch noch vernünftig, weil ich mich frage, wie so manches Spital dann noch geputzt werden würde“. Laut Karner seien viele Migranten „ein wertvoller Teil der Gesellschaft“ geworden. „Das darf man nicht negieren.“

Bei Abschiebungen will Karner den Schwerpunkt weiter auf straffällig gewordene Syrer legen, die ihre Strafe in Österreich abgesessen haben. Diese Rückführungen sollen forciert werden. Dafür habe es telefonische und persönliche Gespräche mit dem neuen syrischen Innenminister gegeben.

Beim Familiennachzug will Karner hart bleiben

Der Stopp des Familiennachzugs aus Syrien läuft in Österreich im Herbst aus und muss durch eine Quote ersetzt werden. Karner will diese Quote niedrig halten. Zudem soll geprüft werden, ob der Nachzug von Frau und Kindern künftig von der bisherigen Integrationsleistung der in Österreich lebenden Väter abhängig gemacht werden kann.

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Innerhalb der Koalition mit der SPÖ dürfte der Vorschlag für Diskussionen sorgen. Karner verteidigt den bisherigen Stopp des Familiennachzugs mit Verweis auf Jugendkriminalität und Probleme an Schulen. In Volksschulen sei die Zahl jener Kinder, die zu Beginn kein Deutsch könnten, deutlich gesunken. Der Innenminister sieht darin auch eine Folge der Beschränkung des Familiennachzugs. (rr)

Hält die Heimkehr vieler Syrer für unrealistisch: Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Foto: picture alliance / APA-Images | ROLAND SCHLAGER
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