STUTTGART. Das ARD- und ZDF-Jugendformat Funk hat einen Beitrag auf Instagram verteidigt, in dem die Bibel als Müll bezeichnet wird. „Das Wort ‚Müll‘ ist hier nicht abwertend gemeint, sondern steht für Gegenstände, die ohne menschlichen Einfluss eben nicht dort wären“, rechtfertigte sich Funk am Montag in den Kommentaren des Beitrags. „Die Bibel oder eine Urne sind natürlich kein Müll.“

Hingegen definiert etwa der Duden den Begriff ganz anders. Müll ist „fester Abfall eines Haushalts, Industriebetriebs oder Ähnlichem, der in bestimmten Behältern gesammelt [und von der Müllabfuhr abgeholt] wird“.
Auch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache definiert Müll als „in Haushalten und Unternehmen anfallende Abfallstoffe, die meist gesammelt, weggeworfen und anschließend deponiert, verbrannt, recycelt oder anderweitig entsorgt werden“. Übertragen könne etwas als Müll bezeichnet werden, „das sich als unpraktisch, unbrauchbar, wertlos oder Ähnliches erweist“. Beide Wörterbücher geben als Synonyme „Abfall“ und „Unrat“ an.
Funk präsentiert Bibel neben Beutel mit Kot
In dem Beitrag listete Funk verschiedene Beispiele für „Müll auf dem Mond“ auf. Neben Asche, zwei Golfbällen und 96 Beuteln mit menschlichen Ausscheidungen führte das Netzwerk von ARD und ZDF eine Bibel auf.
„Für den Weg der Raumfahrzeuge zurück auf die Erde muss so viel Platz und Gewicht wie möglich frei gemacht werden, um Mondgestein und Ähnliches zur Erde zurückzutransportieren“, schrieb das Jugendformat in den Kommentaren. „Deswegen werden selbst Kot, Urin oder Erbrochenes dort zurückgelassen.“
Nicht der erste anti-christliche Ausfall von Funk
Es ist nicht der erste als christenfeindlich kritisierte Beitrag des Formats. Anfang des Jahres hatte Funk eine Kachel zu dem Thema „Fakten, die dein Zeitgefühl zerstören“ veröffentlicht (JF berichtete). Darin verwendete das Netzwerk als Datierungsformat nicht „vor Christus“, sondern „v. u. Z.“ – „vor unserer Zeitrechnung“.

Die Funk-Redaktion begründete die Verwendung der Bezeichnung gegenüber der JUNGEN FREIHEIT damit, dass es sich „um eine neutrale Datierungsform“ handele. Diese habe sich hier „stimmig in den inhaltlichen Kontext eingefügt“. Die Abkehr von „vor Christus“ sei „nicht als grundsätzliche Aussage oder Abgrenzung zu verstehen“.
Zudem verwies die Redaktion darauf, dass „v. u. Z.“ laut Duden als Abkürzung für „vor unserer Zeitrechnung“ zulässig sei. Außerdem stelle die konkrete Entscheidung im vorliegenden Beitrag „keine grundsätzliche Festlegung für Funk dar“. (mas)





