BERLIN. Ein abgelehnter Asylbewerber hat seine Abschiebung nach Wien verhindert. Am Donnerstag morgen randalierte der Abschiebehäftling im Flugzeug der Austrian Airlines, das ihn in die österreichische Hauptstadt fliegen sollte. Die beiden Bundespolizisten, die den Mann begleiteten, entschieden sich nach Beschwerden der restlichen Passagiere dazu, den abgelehnten Asylbewerber wieder aus der Maschine zu bringen.
Dabei kam es im Türbereich zu einem Gerangel, und als die Tür geöffnet wurde, löste sich die Notrutsche aus. Daraufhin mussten alle Passagiere das Flugzeug verlassen. Die Ankunft in Wien verzögerte für die anderen Reisenden um zweieinhalb Stunden.
Kein neues Muster bei abgelehnten Asylbewerbern
Es ist kein neues Phänomen, bei Flugabschiebungen zu randalieren. Bereits in der Vergangenheit konnten durch derartige Vorgehensweisen Abschiebungen vorerst verhindert werden.
Die taz veröffentlichte bereits 2018 eine Anleitung, wie mit „zivilem Ungehorsam gegen Abschiebungen“ vorgegangen werden kann. Sie richtet sich jedoch nicht an den abgelehnten Asylbewerber selbst, sondern an linke Passagiere. Das Ziel sei, „den Start des Flugzeugs zu verhindern“.
Immer mehr Abschiebungen scheitern
Zudem bietet das Netzwerk „Antira“ unter anderem Flyer für Asylbewerber an. „Schreit laut, setzt euch nicht, schnallt euch nicht an oder werft euch auf den Boden!“ Wenn das nicht ausreicht, sollen sie „durch lautes Schreien die Passagier*innen informieren und zur Unterstützung auffordern“. Die Infoblätter werden auf unterschiedlichen Sprachen angeboten, beispielsweise auch auf Arabisch.
Im Jahr 2025 wurden 1.593 von insgesamt 22.787 Abschiebungen (7,0 Prozent) nach der Übergabe an die Bundespolizei abgebrochen, 2024 waren es noch 1.150 von 20.084 (5,7 Prozent) und 2023 waren es 1.054 von 16.430 (6,4 Prozent). (mas)





