CUPERTINO. Der langjährige CEO des iPhone-Konzerns Apple, Tim Cook, hat seinen Rückzug angekündigt und übergibt die Führung an den bisherigen Hardware-Chef John Ternus. Der soll den Posten des Vorstandsvorsitzenden bereits zum 1. September übernehmen.
Cook wechselt auf den Posten des Verwaltungsratschefs und folgt dort auf den langjährigen Chairman Arthur Levinson. Mit dem Schritt endet eine Ära: Cook hatte den Konzern seit 2011 geführt, nachdem er auf Firmengründer Steve Jobs gefolgt war.
Unter Cook entwickelte sich Apple zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Der Börsenwert stieg während seiner Amtszeit auf zuletzt rund vier Billionen Dollar. Beobachter führen dies vor allem auf seine Stärke im Management globaler Lieferketten und die konsequente Monetarisierung des iPhone-Ökosystems zurück.
Mit Ternus übernimmt nun ein Ingenieur das Ruder, der seit 25 Jahren im Unternehmen tätig ist. Der 50jährige arbeitete zunächst an iPad und Mac, später auch an den AirPods, bevor er die Verantwortung für sämtliche Hardwareprodukte übernahm. Intern galt er seit längerem als Favorit für die Nachfolge.
Apple droht den Anschluss zu verlieren
Seine zentrale Herausforderung liegt in der strategischen Neuausrichtung im Zeitalter künstlicher Intelligenz. Während Konkurrenten Milliarden in Rechenzentren und KI-Modelle investieren, gilt Apple in diesem Bereich als Nachzügler. Gleichzeitig profitiert der Konzern weiterhin von seiner enormen Nutzerbasis von mehr als zwei Milliarden aktiven Geräten, über die auch externe KI-Dienste vertrieben werden.
Ternus soll zudem die Innovationskraft des Unternehmens stärken. Kritiker werfen Apple vor, seit dem iPhone keine vergleichbar bahnbrechenden Produkte mehr hervorgebracht zu haben. Projekte wie die Datenbrille Vision Pro blieben hinter den Erwartungen zurück, ein milliardenschweres Autoprojekt wurde eingestellt. Als eine seiner wichtigsten Leistungen gilt die Umstellung der Mac-Computer auf eigene Chips ab 2020. Die von Apple entwickelten Prozessoren gelten als effizienter und trugen maßgeblich zu steigenden Verkaufszahlen bei. (rr)






