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Österreich: Wien sperrt minderjährige Intensivtäter ein – in ein Haus mit 1.500 Quadratmetern Garten

Österreich: Wien sperrt minderjährige Intensivtäter ein – in ein Haus mit 1.500 Quadratmetern Garten

Österreich: Wien sperrt minderjährige Intensivtäter ein – in ein Haus mit 1.500 Quadratmetern Garten

Symbolbild Jugendkriminalität: Mehrere Jugendliche treten im Dunkeln auf einen am Boden liegenden Jugendlichen ein. Die Szene wurde gestellt und am 15. Oktober 2022 aufgenommen. Ein Jugendlicher wird von einer Gruppe getreten (Symbolbild): Die Gewalt an Schulen in Baden-Württemberg nimmt zu. Foto: picture alliance/KEYSTONE | CHRISTOF SCHUERPF
Symbolbild Jugendkriminalität: Mehrere Jugendliche treten im Dunkeln auf einen am Boden liegenden Jugendlichen ein. Die Szene wurde gestellt und am 15. Oktober 2022 aufgenommen. Ein Jugendlicher wird von einer Gruppe getreten (Symbolbild): Die Gewalt an Schulen in Baden-Württemberg nimmt zu. Foto: picture alliance/KEYSTONE | CHRISTOF SCHUERPF
Ein Jugendlicher wird von einer Gruppe getreten (Symbolbild): Die Gewalt unter Minderjährigen wird auch in Wien immer mehr zum Problem. Foto: picture alliance/KEYSTONE | CHRISTOF SCHUERPF
Österreich
 

Wien sperrt minderjährige Intensivtäter ein – in ein Haus mit 1.500 Quadratmetern Garten

Zwei Intensivtäter unter 14 Jahren werden in Wien in ein 140-Quadratmeter-Haus gesperrt. Die Stadt spricht von „Ultima Ratio“. Die rechtliche Grundlage ist umstritten.
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WIEN. Österreichs Hauptstadt Wien hat erstmals entschieden, strafunmündige Intensivtäter in einer geschlossenen Einrichtung unterzubringen. Ab Mai werden zwei Jugendliche im Alter zwischen elf und 13 Jahren am Stadtrand isoliert untergebracht. Nach Angaben der Wiener Kinder- und Jugendhilfe sind die beiden für mehrere Hundert Straftaten verantwortlich.

Dazu zählen Einbrüche in Autos, Marktstände und Apotheken sowie Raubüberfälle mit Messern auf Gleichaltrige. Die Gewaltbereitschaft habe ein Ausmaß erreicht, „das es früher nicht gegeben hat“, sagte Jugendhilfe-Leiter Johannes Köhler.

Die Einrichtung ist stark gesichert, berichtet die Zeitung Kurier. Fenster aus Panzerglas und verstärkte Türen sollen ein Entweichen verhindern. Das Haus umfasst 140 Quadratmeter, dazu kommt ein 1.500 Quadratmeter großer Garten. Besuche sind nicht vorgesehen. Die Kinder erhalten lediglich ein Mobiltelefon mit eingeschränkter Funktion – anwählbar ist ausschließlich die Kinder- und Jugendanwaltschaft.

Wien gibt dafür 800.000 Euro jährlich aus

Bis zu 16 Jugendliche pro Jahr können dort untergebracht werden, der Aufenthalt ist auf maximal zwölf Wochen begrenzt. Bereits jetzt gebe es mehrere weitere Kandidaten für die Maßnahme. Betreut werden die Kinder von Psychotherapeuten, Pädagogen und Sicherheitspersonal. Die Kosten belaufen sich auf 800.000 Euro jährlich. Jugendstadträtin Bettina Emmerling (Neos) bezeichnete das Projekt als „Ultima Ratio“. Die betroffenen Kinder stellten eine Gefahr für sich selbst und andere dar und müssten aus ihrem Umfeld herausgelöst werden.

Juristisch bewegt sich die Maßnahme in einem Graubereich. Grundlage ist das Heimaufenthaltsgesetz, das eigentlich für den Gesundheitsbereich gedacht ist. Voraussetzung für eine Unterbringung ist demnach eine psychische Erkrankung. Vertreter der Jugendhilfe argumentieren, schwere Gewalttaten deuteten zumindest auf eine „Störung des Sozialverhaltens“ hin.

Die Entscheidung über eine Einweisung treffen Sozialarbeiter gemeinsam mit der Polizei, bestätigt werden muss sie durch einen Richter. Parallel arbeitet das Justizministerium an einer neuen bundesweiten Regelung für den Umgang mit strafunmündigen Intensivtätern. (rr)

Ein Jugendlicher wird von einer Gruppe getreten (Symbolbild): Die Gewalt unter Minderjährigen wird auch in Wien immer mehr zum Problem. Foto: picture alliance/KEYSTONE | CHRISTOF SCHUERPF
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