TEHERAN/WASHINGTON. Die USA haben den Iran einen Tag nach der Vereinbarung über eine Waffenruhe zur sofortigen Öffnung der Straße von Hormus gedrängt. Denn im Gegenzug zum Stopp der amerikanischen Bombardements hatte das Mullah-Regime zugesagt, die Meerenge nicht weiter zu blockieren (die JF berichtete).
US-Präsident Donald Trump erwarte, dass die Wasserstraße „unverzüglich, schnell und sicher wieder geöffnet“ werde, sagte seine Sprecherin Karoline Leavitt. Jede Schließung sei „völlig inakzeptabel“.
Seit Verkündung des Waffenstillstandes am Mittwoch kurz nach Mitternacht deutscher Zeit durchquerten nach Angaben des Meeres-Beobachtungsdienstes MarineTraffic aber nicht einmal eine Handvoll Schiffe die Meerenge. Die iranische Nachrichtenagentur Fars verbreitete sogar, die Durchfahrt von Öltankern sei weiterhin „vollständig unterbrochen“.
Darum bleibt Straße von Hormus geschlossen
Als Grund nannte die Agentur einen erneuten israelischen Angriff auf die von Iran finanzierte Hisbollah, die den jüdischen Staat während des Irankrieges mit Raketen bombardierte. Die Attacken im Libanon seien „ein Verstoß gegen die Waffenruhe“. Nach libanesischen Angaben seien dabei 182 Menschen getötet und 890 weitere verletzt worden.
Tatsächlich hatte auch der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif, der die Waffenruhe vermittelt hatte, erklärt, die Feuerpause gelte auch für den Libanon. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu widersprach jedoch und betonte, der Waffenstillstand beziehe sich nur auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran – nicht aber auf den Einsatz gegen die Hisbollah.
Israel wirft seinerseits dem Iran vor, nach Inkrafttreten der Feuerpause seine Angriffe auf das Land fortgesetzt zu haben. Bisher ist unklar, ob und wenn ja, wann das Mullah-Regime die Straße von Hormus wieder freigibt.
Vance leitet US-Delegation
Anders als von Sharif verkündet, werden die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran nicht am Freitag, sondern erst am Sonnabend beginnen. Das Weiße Haus gab nun diesen Tag als Start für direkte Verhandlungen mit dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bekannt.

Die amerikanische Delegation wird von Vizepräsident J.D. Vance geführt, wie Trumps Sprecherin Leavitt mitteilte. Auch der Sondergesandte Steve Witkoff sowie Jared Kushner, die sich bereits um einen Frieden in der Ukraine bemühten, sind der Teil der US-Verhandler. Laut pakistanischen Quellen könnten auch Vertreter aus Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten an den Gesprächen teilnehmen. Dabei wird es wohl auch darum gehen, ob der Iran die Straße von Hormus öffnet. (fh)





