BELGRAD. Die Uefa hat den Fußballklub Roter Stern Belgrad (FK Crvena Zvezda) wegen Fanaktionen beim Europa-League-Spiel gegen LOSC Lille mit insgesamt 95.500 Euro bestraft. Das geht aus den Entscheidungen der Disziplinarkammer hervor. Demnach ahndete der Verband mehrere Vorfälle im Rajko-Mitić-Stadion: Pyrotechnik (17.000 Euro), das Werfen von Gegenständen (10.500 Euro) sowie blockierte Durchgänge (28.000 Euro).
Den größten Einzelposten verhängte die UEFA jedoch für eine Fan-Choreographie mit einem Bild von Jesus Christus. Für das „Übermitteln einer Botschaft, die nicht für eine Sportveranstaltung geeignet ist“, wurden 40.000 Euro fällig. Zudem sah die Uefa darin eine Schädigung des Ansehens des Wettbewerbs.
🚨 This is an absolute disgrace and a scandal! #UEFA has fined Crvena Zvezda €95,500 over this choreography!
The largest portion €40,000 was issued for allegedly „displaying a message deemed inappropriate for a sporting event and for supposedly undermining the reputation and… pic.twitter.com/Sfxnx4gX4t
— Based Serbia (@SerbiaBased) March 27, 2026
Jesus sollte Belgrad zum Sieg führen
Auslöser war ein großflächiges Tifo der Ultra-Gruppe „Delije“, das eine Darstellung von Jesus sowie ein Banner mit der Aufschrift „Möge unser Glaube dich zum Sieg führen“ zeigte. Offiziell nennt die Uefa keine religiöse Begründung für die Strafe, sondern verweist allgemein auf das Verbot nicht-sportlicher Botschaften. In sozialen Netzwerken und unter Fans löste die Entscheidung Kritik aus. Dort wird der Uefa vorgeworfen, religiöse Ausdrucksformen zu sanktionieren, während andere politische oder gesellschaftliche Botschaften in Stadien toleriert würden.
Der Verein kann gegen die Entscheidung noch Einspruch einlegen. Sportlich schied Roter Stern nach der 0:2-Niederlage aus dem Wettbewerb aus. Die Diskussion über Grenzen der Meinungsäußerung im Fußball dürfte jedoch weitergehen. (rr)






