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Vergewaltigung: Europas Vorzeige-„Islamforscher“ Tariq Ramadan zu 18 Jahren Haft verurteilt

Vergewaltigung: Europas Vorzeige-„Islamforscher“ Tariq Ramadan zu 18 Jahren Haft verurteilt

Vergewaltigung: Europas Vorzeige-„Islamforscher“ Tariq Ramadan zu 18 Jahren Haft verurteilt

Gilt unter Islam-Kennern als umstritten: Tariq Ramadan wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt. Foto: picture alliance/KEYSTONE | Valentin Flauraud
Gilt unter Islam-Kennern als umstritten: Tariq Ramadan wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt. Foto: picture alliance/KEYSTONE | Valentin Flauraud
Gilt unter Islam-Kennern als umstritten: Tariq Ramadan wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt. Foto: picture alliance/KEYSTONE | Valentin Flauraud
Vergewaltigung
 

Europas Vorzeige-„Islamforscher“ Tariq Ramadan zu 18 Jahren Haft verurteilt

Ein Pariser Gericht verurteilt den umstrittenen „Islamforscher“ Tariq Ramadan wegen mehrfacher Vergewaltigung zu 18 Jahren Haft. Bereits zuvor war er in der Schweiz schuldig gesprochen worden.
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PARIS. Ein Strafgericht hat den Schweizer Islamwissenschaftler und Prediger Tariq Ramadan wegen Vergewaltigung zu 18 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil erging in Abwesenheit des Angeklagten und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nach Überzeugung des Gerichts hat Ramadan zwischen 2009 und 2016 drei Frauen vergewaltigt. Die Taten sollen sich in verschiedenen Hotels in Paris und Umgebung ereignet haben.

Das Gericht folgte damit im Kern den Aussagen der Klägerinnen, die von systematischer sexualisierter Gewalt berichteten. Zusätzlich zur Haftstrafe untersagte das Gericht Ramadan jeglichen Kontakt zu den Opfern. Darüber hinaus wurde ein dauerhaftes Einreiseverbot gegen ihn verhängt.

Bereits zuvor war Ramadan in der Schweiz verurteilt worden. Ein Berufungsgericht hatte ihn schuldig gesprochen, eine muslimische Konvertitin vergewaltigt und weiteren sexuellen Übergriffen ausgesetzt zu haben. Das Gericht verhängte eine Haftstrafe von drei Jahren, davon zwei auf Bewährung. Zuvor war er in erster Instanz noch freigesprochen worden – ein Urteil, das später aufgehoben wurde. Zu den ersten Klägerinnen zählt die französische Aktivistin Henda Ayari. Sie hatte Ramadan bereits 2017 beschuldigt, sie fünf Jahre zuvor in einem Pariser Hotel vergewaltigt zu haben. Ihre Anzeige löste eine Welle weiterer Vorwürfe aus. Zwei weitere Frauen meldeten sich in der Folge und schilderten ähnliche Erlebnisse.

Islam-Forscher Ramadan soll an Multipler Sklerose leiden

Ramadan hatte die Anschuldigungen zunächst vollständig zurückgewiesen und von einer „Kampagne“ gegen seine Person gesprochen. Später räumte er ein, mit zwei der Frauen sexuelle Beziehungen gehabt zu haben, sprach jedoch von einvernehmlichen Kontakten. Seine Abwesenheit beim aktuellen Prozess erklärten seine Anwälte mit einem Krankenhausaufenthalt in Genf. Ramadan leide an Multipler Sklerose. Zwei vom Gericht bestellte Gutachter kamen jedoch zu dem Schluss, dass keine Hinweise auf einen akuten Krankheitsschub vorlägen und der Angeklagte verhandlungsfähig sei.

Islam-Experten warnten stets vor Ramadan und seiner Nähe zur islamistischen Muslimbruderschaft. Screenshot: JF
Islam-Experten warnten stets vor Ramadan und seiner Nähe zur islamistischen Muslimbruderschaft. Screenshot: JF

Ramadan war lange Zeit eine feste Größe im europäischen Diskurs über den Islam. Er lehrte unter anderem an der Universität Oxford und trat regelmäßig in Medien quer über den Kontinent auf. Diese Auftritte wurden teilweise staatlich gefördert oder fanden im institutionellen Rahmen statt. Dabei präsentierte er sich als Vermittler eines „europäischen Islam“.

Kritiker warfen ihm hingegen seit Jahren vor, eine doppelte Strategie zu verfolgen: Nach außen moderat, intern jedoch ideologisch anschlussfähig an islamistische Positionen. Seine Nähe zur Muslimbruderschaft wurde dabei immer wieder thematisiert. Ramadan ist Enkel von Hassan al-Banna, dem Gründer der Organisation. (rr)

Gilt unter Islam-Kennern als umstritten: Tariq Ramadan wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt. Foto: picture alliance/KEYSTONE | Valentin Flauraud
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