BERLIN. Mit der immer gleichen nichtssagenden Antwort auf seine Lügen über seine Freizeitgestaltung am ersten Tag des großen Blackouts im Berliner Südwesten ist Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in den sozialen Netzwerken viral gegangen. „Hierzu ist alles gesagt“, lautete die Standardreplik auf eine Enthüllung des Tagesspiegels.
Die Zeitung hatte Daten der Senatskanzlei zu den Tätigkeiten Wegners an jenem 3. Januar freigeklagt. Daraus geht hervor, dass es ganz anders war, als der Regierungschef es bei seinem Versuch angegeben hatte, sein verschwiegenes Tennismatch mit seiner Lebensgefährtin und Senatskollegin Daniela Günther-Wünsch (CDU) an jenem Tag zu rechtfertigen (die JF berichtete).
wer die 10 minuten dafür nicht hat, hier der autounfall einmal im schnelldurchlauf. https://t.co/W4bm3S5TsP pic.twitter.com/eURde2SaRr
— Nils Ahrensmeier (@NilsAhrDE) March 18, 2026
Demnach habe er diverse Telefonate unter anderem mit dem Bundeskanzleramt und dem Bundesinnenministerium geführt. Doch das stimmt nicht, wie die Daten zeigen. Auch seine Stellvertreterin, die Wirtschaftsministerin Franziska Giffey (SPD), konnte ihn telefonisch den ganzen Morgen, Vormittag und Mittag nicht erreichen. Erst kurz vor dem Tennisspiel, das er um 13 Uhr begann, rief er sie kurz zurück.
Wegner verbreitet Pressemitteilung über Anwaltskanzlei
Den entlarvenden Bericht des Tagesspiegels ließ Wegner in einer Presseerklärung mit der Androhung rechtlicher Schritte kommentieren – nicht etwa von seinem Presseamt, sondern von der gefürchteten Medienrechts-Anwaltskanzlei Schertz-Bergmann.
In den letzten zehn Minuten der etwas mehr als dreiviertelstündigen Senatspressekonferenz ging es am Dienstag nur noch um Wegners Lügen und seinen Umgang damit. Der Regierende Bürgermeister antwortete fast wortwörtlich immer gleich.
So fragte ein Journalist: „Warum haben Sie das getan? Wie groß ist der Schaden für Ihre eigene Glaubwürdigkeit?“ Darauf antwortete der Regierende Bürgermeister: „Ich glaube wirklich, dass hierzu alles gesagt ist.“ Und dann behauptete er: „Die Interpretation des Tagesspiegels entbehrt jeder Grundlage, und demzufolge werde ich auch rechtliche Schritte prüfen lassen.“
„Dazu ist tatsächlich wirklich alles gesagt“
Daraufhin hakte eine andere Reporterin nach: „Herr Wegner, können Sie konkretisieren, was an der Darstellung des Tagesspiegels jeglicher Grundlage entbehrt und warum Sie rechtliche Schritte prüfen?“ Wegner meinte erneut: „Dazu ist tatsächlich wirklich alles gesagt. Mir geht es um die Interpretation des Tagesspiegels. Diese Interpretation entbehrt jeder Grundlage, und da lasse ich gerade rechtliche Schritte prüfen.“
Auch auf weitere Fragen bekamen die Mitglieder der Landespressekonferenz immer wieder die gleichen Antworten zu hören, die sich dadurch sichtlich ermutigt fühlten, weiter zu bohren. Dann fragte der Tagesspiegel-Korrespondent: „Also ich muss es auch noch mal probieren. Welche Interpretation, Herr Wegner?“ Wegners Antwort: „Dazu ist alles gesagt.“

Der Senatschef lässt bisher auch offen, welche konkreten Aussagen der Zeitung er juristisch überprüfen lassen will. Diese beruhen immerhin auf den Angaben seiner eigenen Senatskanzlei, die diese zunächst verheimlichen wollte und erst nach einem Gerichtsbeschluss herausrückte. (fh)





