Beim Versuch, ein Kind in Sicherheit zu bringen, wird der Lehrer Franz Innerhofer am Bozner „Blutsonntag“ vor 100 Jahren von italienischen Faschisten erschossen. Das Ereignis war nicht nur eine menschliche Tragödie, sondern auch ein Fanal dafür, was auf Südtirol in den nächsten Jahrzehnten unter italienischer Herrschaft zukommen sollte.
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Das Thema Südtirol ist im Hinblick auf deutsche Nazis und italienische Faschisten interessant.
Unsere Nazis waren ja sehr verliebt in ihre Blut-und-Boden-Idee. Wenn sie konsequent gewesen wären in ihren Ideen (das sind Politiker aber nie), hätten sie nach ihrer Machtergreifung (zumal nach dem Österreich-Anschluß) nicht nur die an Polen und Franzosen verlorenen Gebiete auf dem Programm haben müssen, sondern auch Südtirol.
Die Nazis waren Macht-Politiker, und d a r i n waren sie konsequent. „Die Faschisten sind zwar Italiener, aber uns geistesverwandt, darum Freunde, und darum Verbündete. Und Verbündete können wir bei unserem Großen Werk garnicht genug haben“, so dachten sie sich.
Daher haben die Nazis sich darauf beschränkt, für die Südtiroler ein großzügiges Angebot auszuhandeln, nämlich die Option für eine Expatriierung „ins Reich“.
Jeder Südtiroler sollte sich entscheiden, ob er mehr Blut-Tiroler oder mehr Boden-Tiroler sein wollte. Wer sich für den Boden entschied, „der muß halt mit dem Italiener leben“.
So denken sich das die Machtpolitiker. Überall, zu allen Zeiten.
Aufgeweckte friedliche Menschen konnten nicht erahnen, dass und „ wie“ die faschistischen Kanaillen, vorgehen würden; mit Mussolini als über Chauvinist waren die faschistischen Zwirne bereits gesponnen und in den Teppich der Europäischen Tragödie eingewoben; die Unschuldigen müssen sich halt immer fügen oder das katastrophale Schauspiel ( mit einer Portion Verdrängung) hinnehmen…
Tirol—-
Elsass Lothringen —-
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Begräbniszug von Franz Innerhofer in Bozen 1921 Foto: wikimedia.org/Anton Pichler/gemeinfrei