KÖLN. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat auch für dieses Jahr weiter steigende Mieten prognostiziert. Bereits im vergangenen Jahr war das Wohnen in Deutschland spürbar teurer geworden. Laut dem Wohnindex des Instituts stiegen die Neuvertragsmieten bundesweit um rund 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Eigentumswohnungen verteuerten sich um 3,8 Prozent und Ein- und Zweifamilienhäuser um 2,8 Prozent. Die Daten basieren auf mehren Millionen von Inseraten.
Während sich der Eigentumsmarkt allmählich stabilisiere, gelte dieser Befund nicht für Mieten. Deren „Aufwärtstrend setzt sich ungebrochen fort“, warnen die Ökonomen des Wirtschaftsinstituts. Am meisten zogen die Mieten im Umland der sieben größten Metropolen an, mit einem Plus von 4,8 Prozent.
In den Großstädten selbst fielen die Zuwächse unterschiedlich aus: Köln verzeichnete mit 7,6 Prozent den stärksten Anstieg, gefolgt von Leipzig (5,9 Prozent) und Hamburg (5,4 Prozent). Berlin blieb mit 0,7 Prozent weit zurück. Die Kaufpreise stiegen am stärksten in Dortmund (plus 5,5 Prozent), Köln (4,9 Prozent) und Düsseldorf (4,7 Prozent), während sie in München (0,7 Prozent) und Stuttgart (1,1 Prozent) am wenigsten zulegten.

Im Vergleich zum Höchststand Anfang 2022 liegen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen knapp sieben Prozent darunter, bei Häusern um rund neun Prozent. Dagegen sind die Mieten seitdem um beinahe 20 Prozent teurer geworden. Im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union belegt Deutschland mit 46,7 Prozent der Haushalte den letzten Platz beim Wohneigentum. Der EU-Durchschnitt liegt mit knapp 70 Prozent weit darüber. Rumänien hat im EU-Vergleich mit 94,8 Prozent die höchste Wohneigentumsquote.
Auch in mittelgroßen Orten wird Wohnen jetzt teurer
Die Forscher des Wirtschaftsinstituts gruppieren die Städte nach wirtschaftlicher Bedeutung und Attraktivität: Besonders stark stiegen Preise und Mieten in regional bedeutsamen Großstädten wie Leipzig oder Hannover sowie in mittelgroßen Orten mit hoher Lebensqualität wie Freiburg oder Kiel. Hier treffe hohe Nachfrage – oft durch Ausweichbewegungen aus den ohnehin schon teuren Metropolen – auf begrenztes Angebot, bedingt durch knappe Baulandflächen und lange Genehmigungsverfahren. Einen Trendwechsel sehen die Wirtschaftswissenschaftler bislang nicht (JF berichtete).
Als Lösungsansätze nennen die Experten schnellere Planungs- und Baugenehmigungen, vereinfachte Vorschriften sowie den Ausbau seriellen Bauens, das kostengünstiger ist. Eine verstärkte Ausweisung von Bauland könnte zudem die Grundstückspreise dämpfen und Neubau erleichtern. (rsz)






