AMSTERDAM/BERLIN. Der Chefvolkswirt der niederländischen Bank ING, Carsten Brzeski, hat mit Blick auf den Irankrieg vor stark steigenden Inflationsraten gewarnt. Für den Sommer erwarte er in Deutschland „Inflationsraten von drei bis vier Prozent“, sagte er in der aktuellen Folge des Podcasts „Handelsblatt Invest“. Sollte der aktuell pausierte Konflikt (JF berichtete) nicht enden, müsse sich die deutsche Wirtschaft bis 2027 auf höhere Preise einstellen.
Dennoch zeigt Brzeski sich bei anderen ökonomischen Aspekten optimistisch. So glaubt er, eine Rezession könne verhindert werden. Auch die bereits beschlossenen Konjunkturpakete der Bundesregierung gingen in eine richtige Richtung, betonte der Ökonom.
Inflation in Deutschland ist aktuell nah am Sollzustand
Im schlimmsten Fall werde Deutschland ein „Nullwachstum“ erleben, prognostizierte Brzeski. Es sei wichtig, optimistisch zu bleiben, denn „Not schafft immer Lösungen.“
Mit Blick auf den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran zeigte er sich optimistisch, dass bald wieder Ölschiffe die Straße von Hormus passieren können. Gegenüber der Bild-Zeitung sagte der Ökonom: „Spätestens zum Wochenende sollte Tanken wieder günstiger werden.“
Die Inflation in Deutschland beträgt aktuell etwa zwei Prozent. Dieser Wert wird von Fachleuten als ideal angesehen, denn: eine zu geringe Inflation kann Investitionen und Wachstum bremsen, eine zu hohe Inflation schadet der Kaufkraft und damit der Wirtschaft. (st)






