BERLIN. Die Zahl der Firmenpleiten ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Mit insgesamt 24.064 registrierten Unternehmensinsolvenzen stieg dieser Wert gegenüber 2024 (JF berichtete) um mehr als zehn Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das entspricht 69 Unternehmensinsolvenzen pro 10.000 Unternehmen.
Zuletzt hatte es im Jahr 2014 mehr Firmenpleiten gegeben – damals meldeten 24.085 Unternehmen Konkurs an. Während der Finanzkrise im Jahr 2009 hatte es fast 33.000 Firmenpleiten gegeben.
Weniger Großpleiten in 2025
Seit dem zweiten Corona-Jahr 2021 stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen somit um 71,9 Prozent. Damals waren 13.993 Firmeninsolvenzen registriert worden.

Obwohl die Insolvenzen stiegen, sanken die Forderungen der Gläubiger um 17,5 Prozent – von 58,1 Milliarden Euro auf 47,9 Milliarden Euro. Grund dafür sei, dass im vergangenen Jahr vor allem wirtschaftlich schwächere Firmen Insolvenz angemeldet hätten. Die Zahl der sogenannten Großpleiten – also von Unternehmen, deren Gläubiger Forderungen von mehr als 25 Millionen Euro stellen – fiel um 15,6 Prozent, was einem Minus von 49 Fällen entspricht.
Im Dezember stiegen Insolvenzen um fast 14 Prozent
Am häufigsten waren Betriebe aus den Bereichen Verkehr und Lagerei betroffen, mit 133 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen. Danach folgte das Gastgewerbe mit 108 Fällen und das Baugewerbe mit 104 Insolvenzen pro 10.000 Firmen.
Im Dezember 2025 verzeichneten Amtsgerichte mehr als 2.000 beantragte Insolvenzen, 13,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Forderungen der Gläubiger sanken dabei von 5,8 Milliarden Euro auf 3,6 Milliarden Euro.
Auch Verbraucherinsolvenzen steigen
Verbraucherinsolvenzen stiegen 2025 um 8,4 Prozent – auf mehr als 77.000. Im Dezember 2025 erfassten die Amtsgerichte insgesamt 6.278 Verbraucherinsolvenzen und damit 12,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Der Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, äußerte sich angesichts der Zahlen besorgt: „Die heute veröffentlichten Zahlen zeigen: Im Schnitt musste in Deutschland alle 20 Minuten ein Unternehmen Insolvenz anmelden“, sagte er laut dpa. Auch der Blick auf 2026 mache dabei wenig Hoffnung auf eine Trendwende. Er verwies auf eine Umfrage der DIHK, laut der „die leichten konjunkturellen Auftriebskräfte“ wie staatliche Rüstungsausgaben noch nicht in der Breite bei den Unternehmen ankämen. Die Entwicklung in Nahost stelle ein zusätzliches Risiko dar.
Der Vorsitzende des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands, Christoph Niering, gab hingegen Entwarnung: „Die Insolvenzzahlen sind gestiegen, aber sie bleiben weit hinter denen früherer Krisen zurück“. Während der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2009 habe es deutlich mehr Pleiten gegeben. Auch wenn die Zahlen 2026 mutmaßlich weiter steigen würden, zeichne sich kein „dramatischer Sprung“ ab. Bei umfassenden Transformationsprozessen könnten Insolvenzen sogar „eine marktbereinigende Funktion“ erfüllen. „In der Mehrzahl der Fälle lassen sich Insolvenzen auf strukturelle Veränderungen im Konsumverhalten und unternehmerische Fehlentscheidungen zurückführen“, sagte Niering. (lb)



![[M] Ein gelbes Schild mit leichtem Riss und der Aufschrift: "Deutsche Wirtschaft" an einer Wand mit aufgeplatzter Farbe und einem grossen Riss sowie einem Portrait von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Schmollmund als Scherenschnitt. Foto mit Composing als Symbolbild fuer die anhaltend schwaechelnde Wirtschaft in Deutschland und die grosse Aufgabe, diese wieder durch angepasste Rahmenbedingungen zum Laufen zu bringen. Hat Friedrich Merz zu viel versprochen? Wenn die wertschöpfung zusammenbricht](https://assets.jungefreiheit.de/2026/03/558470510.jpg)

