CUPERTINO. Das Unternehmen Apple hat angekündigt, seine neue Siri-KI wegen EU-Vorgaben vorerst nicht auf iPhones und iPads in der Europäischen Union zu bringen. Damit bleiben die wichtigsten Geräte des Konzerns in der EU zunächst von den neuen Funktionen ausgeschlossen.
Künftig soll Siri echte Dialoge führen, den persönlichen Kontext verstehen, Bildschirminhalte auswerten und Aufgaben in Apps erledigen können.
Für Apple ist der Neustart ein Versuch, den Rückstand auf ChatGPT, Google Gemini und andere KI-Assistenten aufzuholen. Dabei setzt der Konzern nach Medienberichten ausgerechnet auf Technik von Google. Gemini-Modelle sollen einen Teil der neuen Funktionen ermöglichen. Apple greift damit auf Technologie eines der größten Konkurrenten im Smartphone- und KI-Geschäft zurück.
Apple von EU „sehr enttäuscht“
Auf Macs, der Apple Vision Pro und der Apple Watch soll Siri AI auch in der EU verfügbar sein. Auf iPhone und iPad gilt das dagegen nicht. Entwickler mit Sitz in der Europäischen Union sollen die neuen Funktionen für iOS und iPadOS ebenfalls nicht testen oder in ihre Apps einbauen können.
Apple macht dafür den Digital Markets Act der EU verantwortlich. Nach Darstellung des Konzerns haben EU-Regulierungsbehörden in den vergangenen Monaten keine Lösung akzeptiert, mit der Siri AI in der EU eingeführt und zugleich andere virtuelle Assistenten sicher unterstützt werden könnten. Software-Chef Craig Federighi sagte, man sei „sehr enttäuscht“. Einen Zeitplan für iPhone und iPad in der EU könne Apple derzeit nicht nennen.

Brüssels Vorschläge seien ein Sicherheitsrisiko
Der Streit dreht sich um den Zugriff anderer KI-Assistenten auf Apples System. Nach Apples Darstellung müsste der Konzern wegen der EU-Vorgaben auch fremden Assistenten weitreichenden Zugriff auf private Nutzerdaten und installierte Apps ermöglichen. Betroffen wären demnach Nachrichten, Dateien, Fotos, Käufe und Aktionen in beliebigen Anwendungen.
Apple warnt vor erheblichen Sicherheitsrisiken. KI-Systeme könnten gehackt werden, um Passwörter, Fotos oder andere persönliche Daten zu stehlen. Auch Änderungen an Dateien und Account-Einstellungen seien möglich, ohne dass Nutzer dem zugestimmt hätten. Eine von Apple vorgeschlagene Mittler-Lösung namens „Trusted System Agent“ sowie ein stufenweiser Start über 18 Monate seien von der Europäischen Kommission nicht akzeptiert worden. (rr)






