BERLIN. Die Zahl der Ukraine-Flüchtlinge ist auf ein neues Rekordhoch gestiegen – vor allem durch die Einwanderung wehrfähiger Männer. Das geht aus aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), über die das RedaktionsNetzwerk Deutschland berichtet.
Demnach leben jetzt 1.348.258 Ukrainer in Deutschland, die im Zusammenhang mit dem seit 2022 andauernden Krieg eingereist sind. Das sind fast 100.000 mehr als noch vor einem Jahr.
Insgesamt halten sich inzwischen 355.745 ukrainische Männer im Alter zwischen 18 und 63 Jahren in der Bundesrepublik auf. Das ist ein Plus von knapp 60.000 im Vergleich zu 2025. Das heißt: 60 Prozent aller Neuankömmlinge gehören zu jener Gruppe, die theoretisch zum Wehrdienst in dem osteuropäischen Land eingezogen werden könnte.
Viele Ukrainer ziehen aus Polen weiter
Der Grund dafür ist offenbar eine Lockerung des Ausreiseverbots, das Ende August 2025 in Kraft trat. Seither dürfen wehrfähige Männer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren die Ukraine verlassen.
Aber auch aus Polen setzen sich derzeit zahlreiche ukrainische Flüchtlinge Richtung Deutschland in Bewegung. Denn in dem Nachbarland wurden die Sozialleistungen erheblich gekürzt (die JF berichtete).
Zur Anfangszeit des Krieges waren vor allem Frauen mit Kindern nach Deutschland gekommen. Der Anteil der Alleinerziehenden und deren Kinder unter den Ukraine-Flüchtlingen lag damals mit 40 Prozent fünfmal höher als in der Gesamtbevölkerung.
Dobrindt will Asylverfahren für ukrainische Männer
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte bei einem EU-Innenminister-Treffen in der vorigen Woche gefordert, wehrfähigen Ukrainern nicht mehr pauschal Schutz über die sogenannte „Massenzustrom“-Richtlinie zu gewähren.

Sollte er sich damit durchsetzen, müssten die betroffenen Männer um Asyl bitten. Allerdings würde das bei der deutschen Asylpraxis ihre Chancen auch nicht mindern, in Deutschland zu bleiben. (fh)






