BERLIN. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die Aussage von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) verteidigt, wonach es keine Einwanderung in Deutschlands Sozialsystem gebe (JF berichtete). „Wir sehen, dass Migration dieses Land reicher macht“, sagte der Politiker am Montag in der ARD-Sendung „Die Arena“. Für diese Position wolle Klingbeil „kämpfen“.
Lars Klingbeil (SPD):
„Wir sehen, dass Migration dieses Land reicher macht.“Lasst es wirken. pic.twitter.com/GmJHFzuS8K
— Heimatgefühl (@HeimatliebeDE) June 9, 2026
Laut Klingbeil brauche es Ausländer, „die herkommen und hier arbeiten“, wegen der Ökonomie und der kulturellen Vielfalt. „Und ich möchte sogar eher, dass wir noch mehr Menschen ermöglichen, zum Beispiel wenn sie jetzt Flüchtlinge hier sind.“
Er könne es nicht verstehen, warum sogenannte Flüchtlinge in Deutschland jahrelang nicht arbeiten dürfen. „Das muss geändert werden“, forderte der Minister.
Klingbeil streitet Sozialmissbrauch nicht ab
Gleichzeitig stritt der SPD-Politiker einen Sozialmissbrauch nicht ab. „Der ist da. Da gibt es Wohnungen, da leben 50 Leute.“ In solchen Fällen müsse „mit der vollen Härte des Staates“ eingegriffen werden. „Der Sozialmissbrauch muss gestoppt werden.“

„Das darf nicht dazu führen, dass Menschen mit Migrationsgeschichte in den kompletten Verruf kommen. Das ist sozusagen das Falscheste, was man machen kann.“ Deswegen stelle sich die Regierung schützend „vor Menschen, die hierherkommen, weil sie hier arbeiten und hier Geld verdienen“. Und die brauche Deutschland.
Klingbeil sieht keinen Unterschied zwischen einem Ausländer, einem deutschen Bürgergeldempfänger und einem Multimillionär, der Steuerschlupflöcher nutze. „Alles das darf der Staat nicht zulassen, weil am Ende trifft es immer die Ehrlichen.“
Gesellschaft soll „modernes Deutschland“ akzeptieren
Den Sozialmissbrauch zu lösen, sei Aufgabe der „demokratischen Mitte“. Ansonsten seien die Probleme „das Futter für Menschen, die nichts Gutes mit diesem Staat wollen“.
Klingbeil merke, dass es auf einmal salonfähig werde, „wieder viel stärker über die Migranten, die Ausländer, die, die hergekommen sind, zu reden“. Das zu ändern sei nicht nur Aufgabe der Politik, sondern „Aufgabe von allen“.
Als lobendes Beispiel führte der Bundesminister die Fußballspieler in der deutschen Nationalmannschaft an, die offensichtlich Migranten sind. „Und deswegen wünsche ich mir auch, dass nicht nur die Politik, nicht nur die SPD, sondern viele, viele Menschen in diesem Land ganz selbstverständlich sagen: Das ist das moderne Deutschland, die gehören dazu.“ (mas)
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