MÜNSTER. Der österreichische Plagiatsprüfer Stefan Weber hat in der Dissertation der früheren Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, 73 Plagiate gefunden (die JF berichtete). Die Universität Münster unterzieht laut einem Bericht von table.media die im Jahr 2005 eingereichte Promotionsschrift nun einer Vorprüfung.
Weber wirft Buyx vor, zitierte Originalpublikationen „wohl kaum jemals im Original aufgesucht“ zu haben. Stattdessen seien Quellenangaben aus älteren Dissertationen übernommen worden.
Zudem identifizierte Weber im Diskussionsteil zwei Textplagiate und spricht insgesamt von einer „unzulässigen Abkürzung“. Noch bevor die Universität ein Ergebnis vorlegt, relativiert der Vizepräsident für Studium und Lehre der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, Klaus Meier, die Vorwürfe. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagt er, auf Grundlage der von Weber vorgelegten Analyse lasse sich nicht beurteilen, ob tatsächlich eine Täuschung vorliege. Maßgeblich sei, ob eine eigenständige wissenschaftliche Leistung erbracht worden sei. „Das ist der Gradmesser dafür, ob man einen Doktortitel vergibt oder anzweifelt“, sagte Meier. Plagiatsprüfer könnten Text- und Zitierfehler feststellen, jedoch nicht den wissenschaftlichen Gesamtwert einer Arbeit bewerten. Es sei falsch, aus einzelnen Fehlern unmittelbar auf Täuschungsabsicht zu schließen und „sofort an die Öffentlichkeit“ zu gehen.
Der Plagiatsprüfer Stefan Weber erhebt schwere Vorwürfe gegen die frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx. In der Dissertation der Corona-Hardlinerin will er 73 Plagiate identifiziert haben. Die JF kennt die Details. https://t.co/EaMBVN3rRW pic.twitter.com/f9anXpEVYm
— JUNGE FREIHEIT (@jungefreiheit) February 24, 2026
Buyx schweigt zu den Vorwürfen
Weber weist diese Darstellung entschieden zurück. Gegenüber der JUNGEN FREIHEIT sagt er exklusiv: „Klaus Meier hat schon die Plagiate von Alexandra Föderl-Schmid von der Süddeutschen in Abrede gestellt. Es kommt nicht von ungefähr, daß die Süddeutsche genau ihn zitiert hat. Das ist halt dann wieder Stimmungsmache, aber nicht Wissenschaft. Im übrigen ist die Täuschung jene, die dem Leser widerfährt. Die gesichert subjektive Tatseite der Frau Buyx kennt nur sie selbst, auch keine Fakultät.“
Nach Angaben der Universität seien die Vorwürfe am Dienstag eingegangen. Der Dekan der medizinischen Fakultät prüfe den Sachverhalt in einem ersten Schritt. Abhängig vom Ergebnis könne es eine „weitergehende, intensivere Prüfung“ geben, gegebenenfalls unter Einbeziehung externer Gutachter. Die Entscheidung darüber liege ausschließlich beim Dekan, dem die Verfahrenshoheit obliege.
Die Technische Universität München, an der Buyx heute das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin leitet, äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Auch Buyx selbst reagierte in den ersten 48 Stunden nach Bekanntwerden der Vorwürfe zunächst nicht öffentlich.






