ABUJA. Nigerias Bundesgerichtshof hat fast 400 Personen wegen Verbindungen zu Islamisten verurteilt. Bei dem am vergangenen Freitag gefällten Urteil sollen die Strafen der Angeklagten von fünf Jahren Gefängnis bis zu lebenslanger Haft reichen, wie die Katholische Presseagentur Österreich berichtet.
Die Strafverfahren, die am vergangenen Dienstag begonnen hatten, sind Teil einer Reihe von Prozessen gegen mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisationen Boko Haram und Iswap. Generalstaatsanwalt Lateef Fagbemi betonte bei der Urteilsverkündung, dass neben den beinahe 400 Schuldigsprechungen acht Anklagen fallengelassen und zwei Angeklagte freigesprochen wurden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Weitere Prozesse sollen vom 15. bis 18. Juni stattfinden.
Internationaler Druck wegen Nigerias Sicherheitslage
Hintergrund ist der zunehmende Druck von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International. Der nigerianische Staat solle entschiedener gegen die gefährlichen Verhältnisse in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas vorgehen.
Bereits 2017 hatte eine Welle von Verfahren gegen mutmaßliche Terroristen begonnen, wobei über 2.000 Personen angeklagt wurden. Die am Freitag Verurteilten hatten militanten islamistischen Gruppierungen unter anderem Vieh verkauft sowie Lebensmittel und Informationen geliefert.
Boko Haram erlangte zunächst im April 2014 mit der Entführung von 276 Schülerinnen im Bundesstaat Borno weltweite Aufmerksamkeit. Die Gruppe wurde 2009 im Nordosten des Landes gegründet. Sie fordert eine strenge Auslegung des Islam und lehnt westliche Einflüsse ab. Die Terroristen töteten seit ihrer Gründung zehntausende von Menschen und begingen zahlreiche Überfälle und Entführungen. Bis zu zwei Millionen Menschen mussten bisher vor ihnen fliehen. (JF)






