MÜNCHEN/BERLIN. Drei Tage nach Bekanntwerden der schweren Plagiatsvorwürfe gegen sie (die JF berichtete) hat Alena Buyx erstmals öffentlich Stellung genommen. Die frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrates und Corona-Hardlinerin trete den Vorwürfen entgegen, da diese haltlos seien. Buyx habe die Angelegenheit ihren Anwälten übergeben.
Für den Fall einer Überprüfung durch die Universität Münster kündigte sie an, „selbstverständlich voll umfänglich“ für Auskünfte zur Verfügung zu stehen, teilte sie gegenüber Zeit mit.
Noch bevor die Vorwürfe öffentlich wurden, hatte die JUNGE FREIHEIT Buyx mit einem konkreten Fragenkatalog konfrontiert. Die Redaktion wollte unter anderem wissen: „Wie bewerten Sie die von Herrn Weber erhobenen Vorwürfe?“, „Haben Sie die von ihm genannten Arbeiten (u. a. Anneken 2003, Dräger 2001, Jansen 2004) im Original konsultiert?“ sowie: „Wie erklären Sie identische Zitierfehler, die Weber als Indiz für sogenannte Blindzitate wertet?“ Diese und weitere Fragen ließ Buyx in ihrer ersten Stellungnahme unbeantwortet. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den einzelnen Vorwürfen erfolgte nicht.
Buyx äußert sich erstmals, sie will Anwälte beauftragen. Die ZEIT hinterfragt zwar eilfertig die gültigen Standards, aber das wird nichts nützen: Fast jede zweite Seite des schmalen Machwerks ist betroffen. https://t.co/ELqrJmy3Mt
— Stefan Homburg (@SHomburg) February 26, 2026
Uni Münster kündigt Vorprüfung gegen Buyx-Dissertation an
Der österreichische Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber hatte in seinem Blog ein Gutachten veröffentlicht, in dem er in Buyx’ Dissertation aus dem Jahr 2005 „73 Plagiatsfragmente in Form von Text- und Quellenplagiaten“ identifiziert haben will. Er wirft der heutigen Professorin an der Technischen Universität München vor, Literaturangaben aus älteren Dissertationen übernommen zu haben, ohne dies kenntlich zu machen. Besonders schwer wiegt aus seiner Sicht der Verdacht sogenannter Blindzitate – also das Zitieren von Werken, die mutmaßlich nicht im Original eingesehen wurden. Als Indiz nennt er identische Zitierfehler, etwa falsch geschriebene Autorennamen.

Die Universität Münster teilte mit, man nehme die Vorwürfe ernst. Der Dekan der Medizinischen Fakultät werde zunächst eine Vorprüfung vornehmen. Deren Ergebnis entscheide darüber, ob ein förmliches Verfahren eingeleitet werde.






