Anzeige
Anzeige

Polizeiliche Kriminalstatistik: Vergewaltigungen steigen, Messerangriffe erreichen Rekordniveau in Niedersachsen

Polizeiliche Kriminalstatistik: Vergewaltigungen steigen, Messerangriffe erreichen Rekordniveau in Niedersachsen

Polizeiliche Kriminalstatistik: Vergewaltigungen steigen, Messerangriffe erreichen Rekordniveau in Niedersachsen

Daniela Behrens (SPD), Innenministerin von Niedersachsen, spricht während der Pressekonferenz zur Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik für 2025. Messerdelikte sind auf einem Rekordniveau.
Daniela Behrens (SPD), Innenministerin von Niedersachsen, spricht während der Pressekonferenz zur Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik für 2025. Messerdelikte sind auf einem Rekordniveau.
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025: Insgesamt weniger Kriminalität, doch Messerdelikte sind auf Rekordniveau. Foto: picture alliance/dpa | Shireen Broszies
Polizeiliche Kriminalstatistik
 

Vergewaltigungen steigen, Messerangriffe erreichen Rekordniveau in Niedersachsen

Noch nie kam es in Niedersachsen zu so vielen Messerangriffen, wie die neue Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt. Doch weil die Kriminalitätsraten insgesamt leicht sinken, zeigt sich Innenministerin Behrens zufrieden.
Anzeige

HANNOVER. In Niedersachsen hat die Zahl der Vergewaltigungen 2025 um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Kam es 2024 landesweit zu 1.543 Vergewaltigungen, stieg diese Zahl im vergangenen Jahr auf 1.717, wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht, die Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) am Montag vorstellte. Auch sexueller Missbrauch von Kindern nahm im selben Zeitraum leicht zu. Registrierte die Polizei 2024 noch 1.682 Delikte, waren es im vergangenen Jahr 1.841 – ein Anstieg von 9,4 Prozent. Etwas deutlicher nahmen Delikte rund um Jugendpornographie zu: Hier stiegen die Fallzahlen innerhalb eines Jahres um 11,5 Prozent von 1.191 Delikten auf 1.328.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Sexualdelikte in Niedersachsen seit 2016.
Sexualdelikte in Niedersachsen: Leichter Rückgang im Vergleich zu 204, aber deutlicher Anstieg seit 2016. Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik Grafik: JF

Einen deutlichen Rückgang meldete das Innenministerium im Bereich der Kinderpornographie. Hier kam es 2025 zu 4.560 Delikten, gegenüber den 5.574 Fällen aus dem Vorjahr ist das ein Minus von 18,2 Prozent. Insgesamt gingen Sexualdelikte im Vergleich zu 2024 um 635 Fälle oder 4,3 Prozent zurück, auf 14.157 Fälle im Jahr 2025. Im Zehn-Jahres-Vergleich ist jedoch kein Rückgang erkennbar: 2016 gab es in Niedersachsen weniger als 6.000 Sexualdelikte.

Mehr als 3.000 Messerangriffe registriert

Messerangriffe nahmen dagegen leicht zu. 2024 war es zu 3.055 Delikten gekommen, im vergangenen Jahr waren es 3.185, was einem Plus von 4,3 Prozent entspricht. Die Fallzahlen von Messerangriffen insgesamt haben damit ein neues Allzeithoch erreicht. Mehr als die Hälfte aller Messerattacken waren im vergangenen Jahr Bedrohungen (54,6 Prozent). Gefährliche und schwere Körperverletzungen, bei denen ein Messer zum Einsatz kam, nahmen im selben Zeitraum um 12,8 Prozent ab – von 878 Fällen 2024 auf 766 im vergangenen Jahr.

Gefährliche Körperverletzungen wurden 2025 von der Polizei in 14.297 Fällen registriert, das sind 755 Fälle oder 5,0 Prozent weniger als 2024. Einfache Körperverletzungen nahmen ebenfalls leicht ab: um 1,9 Prozent auf 42.832 Delikte 2025. Auch die Zahl der Nötigungen sank um 6,2 Prozent auf 5.996 Delikte im vergangenen Jahr. Insgesamt sank die Zahl der sogenannten Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit um 1,9 Prozent auf 96.015 Fälle 2025.

Ausländer sind deutlich überrepräsentiert

Wohnungseinbrüche hingegen passierten im vergangenen Jahr häufiger als 2024. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 7.985 Fälle, was 782 Delikte mehr waren als 2024 (plus 10,9 Prozent).

Diebstähle nahmen im vergangenen Jahr in Niedersachsen verglichen mit 2024 um 7,0 Prozent ab. Insgesamt registrierten die Behörden 156.725 Fälle, das sind 11.788 Delikte weniger als 2024. Abgesehen von den „Corona-Jahren“ 2020 und 2021 ist das der geringste Wert seit zehn Jahren.

Mehr als jeder Dritte (33,8 Prozent) aller Tatverdächtigen im vergangenen Jahr war Ausländer. Der Ausländeranteil in Niedersachsen lag 2024 bei 11,6 Prozent, aktuellere Zahlen sind noch nicht öffentlich.

AfD widerspricht der Innenministerin deutlich

Innenministerin Behrens sagte mit Blick auf die neuesten Zahlen, ihr Bundesland sei „im vergangenen Jahr noch sicherer geworden“. Jedoch gehöre auch zur Wahrheit, dass es „Auffälligkeiten in einzelnen Phänomenbereichen“ gebe. Deshalb kündigte sie an, „in erheblichem Umfang“ in Personal- und Ressourcenarbeit bei der Polizei zu investieren.

Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Stephan Bothe, entgegnete, „die Jubelmeldungen der Innenministerin“ seien „unangebracht“. Zudem warf er der Sozialdemokratin vor, dass das Innenministerium Bürger mit zwei Staatsbürgerschaften zu den Deutschen zählt. „Hier verschleiert die Statistik das wahre Ausmaß“, monierte Bothe. (st)

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025: Insgesamt weniger Kriminalität, doch Messerdelikte sind auf Rekordniveau. Foto: picture alliance/dpa | Shireen Broszies
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles