MAGDEBURG/BERLIN. Der AfD-Bundesvorstand schließt sich dem Parteiauschlußverfahren des Landesverbandes Sachsen-Anhalt gegen den Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt an. Ohne nähere Einzelheiten zu nennen, gehe es um „schwer parteischädigendes Verhalten“, wie die dpa unter Bezug auf einen AfD-Sprecher meldet.
Im Dezember hatte der sachsen-anhaltinische Landesvorstand um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund beschlossen, Schmidt aus der Partei werfen zu wollen (die JF berichtete). Dieser war von 2022 bis 2025 Generalsekretär des Landesverbandes. Ihm wird vorgeworfen, sein Bundestagsmandat zu mißbrauchen, um privat Geschäfte in China zu machen.
Jan Wenzel Schmidt soll Mandat für China-Deals mißbrauchen
Unter anderem soll Schmidt Geschäftskontakte zu dem im September zu fast fünf Jahren Haft wegen Spionage verurteilten Jian Guo, dem früher engsten Mitarbeiter des AfD-Politikers Maximilian Krah im Europaparlament, unterhalten haben. Das Mitglied des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag soll 2023 gemeinsam mit Guo eine Diamantenproduktion in China besucht haben.
Schon im Dezember drohte Schmidt als Reaktion auf das Verfahren, Belege vorzulegen, die zeigten, daß AfD-Landtagsabgeordnete Ehefrauen, Kinder oder Geschwister von Mitgliedern anderer Parteifunktionäre beschäftigten. Anfang Februar wurden die Vorwürfe dann öffentlich. Vermutet wird, daß Schmidt hinter den Presseberichten steckt.

Danach kündigte er gegenüber Nius implizit an, weitere Skandale publik zu machen, sollte das Auschlußverfahren nicht beendet werden. Die AfD Sachsen-Anhalt bezeichnete der 34jährige als „Beutegemeinschaft“.
Davon ließ sich der Bundesvorstand allerdings nicht beeindrucken, sich dem Verfahren gegen Jan Wenzel Schmidt anzuschließen. Dem Vernehmen nach soll der Beschluß einstimmig gefaßt worden sein. Laut dpa gibt es auch Überlegungen, Schmidt aus der AfD-Bundestagsfraktion auszuschließen. (fh)





