BERLIN. Seit August sorgt die Sanierung der Bahnstrecke von Hamburg nach Berlin für lange Umwege bei den Passagieren. Der Fertigstellungstermin Ende April sei nicht zu halten, hat die Deutsche Bahn nun mitgeteilt. Er verzögere sich auf unbestimmte Zeit.
Verantwortlich macht das Staatsunternehmen das Winterwetter in den vergangenen Wochen. Die Bauarbeiten stockten deswegen vor allem beim Kabeltiefbau für die Signalanlagen. Zunächst hatte die Bahn versprochen, neun Monate für die Sanierung zu brauchen. Daran ist nun nicht mehr zu denken.
Die 280 Kilometer lange Strecke ist eine der wichtigsten für Pendler in Deutschland. Täglich sind hier 30.000 Fahrgäste im Fernverkehr unterwegs. Insgesamt sind 470 Züge pro Tag im Einsatz. Die Gleise führen durch fünf Bundesländer und sind daher auch für die Menschen interessant, die nicht in eine der beiden Millionenstädte wollen.
Bahn-Ersatzverkehr verdoppelt die Fahrtzeit
Derzeit leitet die Bahn den Fernverkehr über Stendal und Uelzen um, was eine Verlängerung der Fahrtzeit um 45 Minuten mit sich bringt. Auch der Takt wurde ausgedünnt. Statt zwei gibt es nur noch eine Verbindung pro Stunde. Im mecklenburg-vorpommerschen Ludwigslust und im brandenburgischen Wittenberge hält der Zug nun überhaupt nicht mehr.

Auch im Regionalverkehr fallen wegen der Streckensperrung viele Verbindungen aus oder verkehren nur auf Teilstrecken. Der Ersatzverkehr mit Bussen dauert aber ebenfalls deutlich länger. Für eine Fahrt von Wittenberge nach Berlin brauchen Bahnkunden mit drei Stunden nun doppelt so lange wie vor der Sanierung. Von Perleberg in die Hauptstadt sind es drei statt zwei Stunden. (fh)





