BERLIN. Die Zahl linker Gewaltdelikte ist im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Nach Angaben der Bundesregierung wurden bis zum 30. November 931 linksmotivierte Gewalttaten registriert. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Frage des AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Hess hervor, die der JUNGEN FREIHEIT exklusiv vorliegt. Im Vergleichszeitraum 2024 waren es 644 Fälle. Das entspricht einem Anstieg um rund 45 Prozent.
Insgesamt erfaßten die Sicherheitsbehörden 3.449 politisch motivierte Gewaltdelikte, nach 3.418 im Jahr zuvor. Grundlage sind Daten des Kriminalpolizeilichen Meldedienstes. Die Bundesregierung weist darauf hin, daß es sich um vorläufige Zahlen handele.
Linker Landfriedensbruch verdoppelt
Innerhalb der linken Gewalt zeigte sich der stärkste Anstieg bei Körperverletzungsdelikten. Ihre Zahl erhöhte sich von 280 auf 411 Fälle (plus 47 Prozent). Auch insgesamt nahm die Zahl politisch motivierter Körperverletzungen leicht zu, von 2.189 auf 2.254. Ähnlich gelagert ist die Entwicklung beim Landfriedensbruch. Zwar stieg die Gesamtzahl hier nur moderat auf 184 Delikte, davon entfallen 105 Fälle (plus 90 Prozent) auf Täter der linksextremen Szene.
Rückläufig entwickelten sich dagegen politisch motivierte Brandstiftungen. Insgesamt sank ihre Zahl von 117 auf 106 Fälle. Die große Mehrheit entfällt dabei mit 61 Anschlägen auf linkspolitisch motivierte Straftaten. Der rechtsextremen Szene wurden 17 derartige Gewalttaten zur Last gelegt. In beiden Kategorien gab es leichte Rückgänge. Taten ohne eindeutige politische Zuordnung stiegen von 13 auf 24.
Auch bei Widerstandsdelikten ging die Gesamtzahl zurück, von 713 auf 668 Fälle, während linke Taten zugleich deutlich von 202 auf 284 zunahmen.
Einen Anstieg registrierten die behörden bei politisch motivierte Tötungsdelikte. Insgesamt wurden 18 Fälle registriert, nach 13 im Vorjahr. Während die Zahl vollendeter Tötungsdelikte von drei auf zwei zurückging, erhöhte sich die Zahl der versuchten Tötungsdelikte von zehn auf 16. Beide vollendeten Tötungsdelikte entfielen auf die Gruppe der religiösen Ideologien.
AfD fordert Durchgreifen gegen Linksterror
Der AfD-Abgeordnete Hess warf den übrigen Parteien vor, die Gefahren des Linksextremismus zu verharmlosen. „Trotz dieser Entwicklung verharmlosen, relativieren oder verschweigen die etablierten Parteien die insbesondere auch vom Linksextremismus ausgehenden Gefahren für unsere Gesellschaft oder benennen diese zwar, lassen aber keine entsprechenden Taten folgen“, sagte Hess der JF. Die Folge sei, daß „unsere Sicherheit erodiert, der Rechtsstaat schwach wirkt und das Vertrauen der Bevölkerung schwindet“.
Mit Blick auf den jüngsten linksextremistischen Anschlag in Berlin sprach Hess von einem weiteren Beleg für diese Entwicklung (JF berichtete). „Wenn für zehntausende der Strom über mehrere Tage ausfällt, bestehen zweifelsfrei für eine sehr große Zahl von Menschen akute Lebens- und Gesundheitsgefahren“, sagte Hess. Da es trotz jahrelanger Taten kaum Ermittlungserfolge gebe (JF berichtete), sei dies „ein sicherheitspolitischer Offenbarungseid“. Der Rechtsstaat müsse nun entschlossen durchgreifen. „Linksterror und seine Unterstützer in Politik, Medien und Verbänden müssen endlich mit aller Härte bekämpft werden“, forderte Hess.
Rechte Gewalt macht noch den größten Anteil aus
Trotz der starken Dynamik bei linken Straftaten stellte das rechte Spektrum weiterhin den größten Anteil politisch motivierter Gewalt. Die Zahl rechter Gewaltdelikte stieg von 1.243 auf 1.302 Fälle. Den Schwerpunkt bildeten Körperverletzungsdelikte, die von 1.083 auf 1.165 zunahmen. Rückgänge verzeichneten die Behörden unter anderem bei Brandstiftungen sowie bei Widerstandsdelikten.
Deutlich zurück gingen Gewalttaten ausländischer Ideologie. Ihre Zahl sank von 782 auf 589 Fälle. Auch hier entfiel der größte Teil auf Körperverletzungen. Beim Landfriedensbruch sowie bei Widerstandsdelikten wurden ebenfalls sinkende Fallzahlen registriert. Religiös motivierte Gewalttaten nahmen dagegen von 65 auf 80 Fälle zu. Den größten Anteil machten Körperverletzungsdelikte aus, während sich die Zahl der Tötungsdelikte von fünf auf zehn erhöhte. Insgesamt blieb dieser Bereich zahlenmäßig jedoch deutlich unter den übrigen Phänomenbereichen. (sv)







