HANNOVER. Die Stadt Hannover hat in ihren städtischen Kindergärten Listen mit Empfehlungen für „queere Bücher“ verteilt. Die Zusammenstellung der Bücher wurde vom „queeren Mitarbeiter*innennetzwerk“ im Auftrag der Beauftragten für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt organisiert, wie eine Sprecherin der Stadt gegenüber „Apollo News“ mitteilte. Zielgruppe sind Null- bis Zwölfjährige.
Unter den dort genannten Büchern befindet sich unter anderem eines mit dem Titel „Untenrum: Und wie sagst du?“, wie „Apollo News“ unter Berufung auf die Liste, die dem Portal vorliegt, berichtete. In diesem Buch, das sich an Kinder zwischen drei und sieben Jahren richtet, geht es auch darum, wie Kinder ihre Genitalien erkunden können – unter anderem mit einer Taschenlampe und einem Spiegel. Auch ist dort die Rede von „Körperspielen“. Eine Erzieherin betont in dem Buch, daß diese Spiele ausschließlich einvernehmlich zwischen Kindern stattfinden und Erwachsene nicht mitmachen dürften.
Ein anderes Buch mit dem Titel „Körper sind toll“ – ebenfalls an Kleinkinder adressiert – handelt davon, daß – egal ob dick, dünn, groß, klein, schwarz oder weiß – alle Menschen schön seien. Auch eine schwangere Frau in einem Burkini wird dort abgebildet, ebenso wie eine alte, schwarze Frau mit einer Beinprothese und ein Mann in Frauenklamotten. Ebenfalls tauchen dort Frauen auf, die sich anscheinend die Brüste haben entfernen lassen, einige von ihnen tragen einen Bart.
Stadt rechtfertigt Bücherliste
An Kinder im Grundschulalter wird das Buch „Me and my Dysphoria Monster“ („Ich und mein Dysphorie-Monster“) verteilt. Hauptfigur ist ein sogenanntes „Transmädchen“, also ein Junge, der sich für ein Mädchen hält. Seine Geschlechtsdysphorie, also die psychische Erkrankung, sich für das andere Geschlecht zu halten, wird durch Monster symbolisiert. Diese werden jedes Mal größer, wenn jemand den Jungen mit seinem „falschen“ Namen anspricht oder er beim Sportunterricht bei den Jungs mitmachen muß. Ein sogenannter „Transmann“ taucht später auf und hilft dem Protagonisten, mit der eigenen Identität zurechtzukommen.
Auf Nachfrage von „Apollo News“, nach welchen Kriterien diese Bücherliste zusammengestellt wurde, teilte ein Sprecher der Stadt Hannover mit, das liege an den Leitern der einzelnen Kindertagesstätten. Diese „verfügen über die Fachexpertise, welche Kinder gerade an welchem Thema interessiert sind und welche nicht“. Die Kindergärten seien dabei auch im Austausch mit den Eltern. Die Altersempfehlungen der Bücher würden dabei „selbstverständlich“ berücksichtigt.
Das ganze Projekt kostete insgesamt etwa 11.000 Euro. (st)






