FRANKFURT AM MAIN. Der polizeiliche Staatsschutz hat Ermittlungen nach einem Angriff auf AfD-Wahlkämpfer in Frankfurt aufgenommen. In den frühen Morgenstunden des 1. Februar ist im Stadtteil Rödelheim die Heckscheibe eines abgestellten Pkw zerstört worden, der mit Wahlplakaten beladen war.
Die Polizei bestätigte gegenüber der JUNGEN FREIHEIT, daß ein Streifenteam der örtlich zuständigen Dienststelle kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls am Tatort eine Anzeige aufgenommen habe. Ein politischer Hintergrund werde geprüft. Die weiteren Ermittlungen führt daher das zuständige Fachkommissariat für Staatsschutzdelikte beim Polizeipräsidium Frankfurt am Main.
Hinweise auf Tatverdächtige liegen bislang nicht vor. Die Polizei teilte jedoch mit, daß es Hinweise auf eine unbekannte Person gebe, die sich fußläufig vom Tatort entfernt habe. Mögliche Zusammenhänge würden derzeit geprüft.
AfD will Gegnern mit Argumenten begegnen
Der Vorsitzende der Frankfurter AfD, Willy Klinger, schilderte den Ablauf gegenüber der JF so: Zu dem Zeitpunkt sei kurz niemand beim Auto gewesen, beide zum Plakatieren anwesenden Personen seien auf dem Weg zu einem Mast gewesen, um Plakate aufzuhängen. Dann hätten beide einen lauten Knall gehört und seien zum Auto zurückgelaufen. Die Scheibe sei mit einem großen Stein eingeschlagen gewesen.
Wahlplakate seien aus dem Auto nicht entwendet worden, teilte die AfD weiter mit. Der Schaden lasse sich noch nicht genau beziffern, er belaufe sich aber auf etwa 600 Euro für die Scheibe plus Arbeitszeit.
Klinger sagte, die „Verrohung gegen die AfD“ scheine weiter voranzuschreiten, politische Gegner betrachteten „Gewalt als legitimes Mittel des politischen Diskurses“. Solche Aktionen zeigten, „daß unseren Kontrahenten die Argumente ausgehen“. Zudem sagte Klinger mit Blick auf die hessischen Kommunalwahlen am 15. März, er freue sich darauf, „unseren Gegnern mit Argumenten zu begegnen, und nicht mit Gewalt“.
Angriffe auf Politiker sind keine Einzelfälle. Im ersten Halbjahr 2025 registrierte die Polizei 2.210 Straftaten gegen Repräsentanten der Bundestagsparteien – 165 Prozent mehr als im Halbjahr zuvor (JF berichtete). Neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Am stärksten betroffen war die AfD mit 808 Angriffen. (sv)






