BERLIN. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, bei der nur Moslems wählen dürften, dann würde die Linkspartei gemeinsam mit der SPD auf eine Mehrheit kommen. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa sind 26 Prozent der Muslime für die Sozialdemokraten und 23 Prozent für die Partei von Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano. Die Union käme auf 22 Prozent.

Elf Prozent der Moslems würden die AfD, acht Prozent die Grünen und sieben Prozent das BSW wählen. Die FDP käme mit drei Prozent nicht über die Fünf-Prozent-Hürde. Damit teilen sich die 100 Prozent komplett auf. Kleinparteien, die unter „Sonstige“ kategorisiert werden, kommen laut Insa auf null Prozent.

Bei der normalen Sonntagsfrage wächst die Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla im Vergleich zur vergangenen Sonntagsfrage auf 29 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte). Die CDU und CSU bleiben bei 20,5 Prozent und die Grünen steigen auf 13,5 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte). Die SPD steht weiterhin bei zwölf Prozent und die Linkspartei fällt auf elf Prozent (minus ein Prozentpunkt). Weder die FDP mit 4,5 Prozent (minus 0,5 Prozentpunkte) noch das BSW mit drei Prozent würden die Fünf-Prozent-Hürde überwinden.

Wie entwickelt sich Sachsen-Anhalt unter AfD-Landesregierung?
In der Umfrage gaben außerdem 40 Prozent der Bundesbürger an, dass sie davon ausgehen, dass sich Sachsen-Anhalt bei einer AfD-Landesregierung schlechter entwickeln würde. 27 Prozent denken, dass sich das Bundesland bessern werde, und 18 Prozent glauben, dass es gleichbleiben werde.

Am meisten denken mit 68 Prozent die Anhänger der Grünen, dass sich das Bundesland negativ entwickeln wird, gefolgt von den Wählern der Linkspartei mit 63 Prozent und denen der SPD mit 58 Prozent. Von einem positiven Wandel gehen mehrheitlich einzig die Unterstützer der AfD mit 75 Prozent aus.
Einfluss der eigenen Stimme bei Bundestagswahl
Zudem gaben 27 Prozent der Befragten an, dass sie denken, dass ihre Stimme bei der Bundestagswahl nichts bewirkt. Hingegen glauben 60 Prozent, dass sie mit ihrem Kreuz Einfluss haben.

Vor allem AfD- und BSW-Wähler gehen mit jeweils 33 Prozent davon aus, dass sie mit ihrer Stimmabgabe nichts bewirken. Unterstützer der CDU und CSU finden dafür mit 77 Prozent am häufigsten, dass sie mit ihrer persönlichen Wahl Einfluss haben, gefolgt von den Anhängern der Grünen mit 73 Prozent und denen der Linkspartei mit 70 Prozent.
Soll Sperrklausel bestehen bleiben?
Weiter sprach sich bei der Umfrage rund jeder Fünfte dafür aus, dass eine Drei-Prozent-Hürde eingeführt wird. Etwa die Hälfte ist dafür, dass die bisher geltende Fünf-Prozent-Hürde beibehalten wird. Dass es keine Sperrklausel geben soll, finden zehn Prozent.

Mit 14 Prozent sind BSW-Wähler relativ am stärksten gegen eine Sperrklausel, gefolgt von denen der AfD mit 13 Prozent. Unter den Wählern der Kleinparteien ist keiner gegen eine Hürde. (mas)
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