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Pflegenotstand: Rekordzahl an Pflegebedürftigen treibt Kosten auf Höchststand

Pflegenotstand: Rekordzahl an Pflegebedürftigen treibt Kosten auf Höchststand

Pflegenotstand: Rekordzahl an Pflegebedürftigen treibt Kosten auf Höchststand

Der akute Pflegemangel stellt das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Das Bild symbolisiert den hohen Bedarf an Fachkräften und die notwendige Zeit für eine würdevolle Patientenbetreuung. Die Zahl der Pflegebedürftige steigt auf einen Rekordwert.
Der akute Pflegemangel stellt das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Das Bild symbolisiert den hohen Bedarf an Fachkräften und die notwendige Zeit für eine würdevolle Patientenbetreuung. Die Zahl der Pflegebedürftige steigt auf einen Rekordwert.
Pflegebedürftige Person: Auch ADHS-Patienten bekommen Pflegegeld. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | MICHAEL BIHLMAYER
Pflegenotstand
 

Rekordzahl an Pflegebedürftigen treibt Kosten auf Höchststand

Noch nie gab es so viele Pflegebedürftige in Deutschland. Gleichzeitig erreichen die Ausgaben der Pflegeversicherung einen neuen Rekord. Doch längst geht es nicht mehr nur um Senioren.
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BERLIN. Die Zahl der Pflegebedürftigen hat sich seit 2015 auf sechs Millionen Menschen im Jahr 2025 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig vervierfachte sich die Zahl der pflegebedürftigen Kinder und Jugendlichen auf über 190.000, teilte der Medizinische Dienst Bund und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) am Dienstag mit. Der starke Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen „stellt die Pflegeversicherung vor finanzielle und strukturelle Herausforderungen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt.

Die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung stiegen vergangenes Jahr auf 73,8 Milliarden Euro. Damit übertrafen die Kosten den Rekordwert von 2024 (JF berichtete) um 7,1 Milliarden Euro (plus 8,2 Prozent), teilte der Verband der Ersatzkassen mit.

Die Kosten der sozialen Pflegeversicherung sind so hoch wie noch nie. Grafik: VDEK

Großteil der Pflegebedürftigen wird zu Hause betreut

Über drei Millionen Versicherte wurden im vergangenen Jahr von Gutachtern untersucht – der Anteil der Kinderbegutachtungen lag bei rund sechs Prozent. Die häufigsten pflegebegründenden Diagnosen sind dabei ADHS und Entwicklungsstörungen. In den häufigsten Fällen wurden Kinder und Jugendliche zu Hause von ihren Angehörigen versorgt.

„Weit über die Hälfte der Pflegebedürftigen beantragte Pflegegeld (59,6 Prozent) und setzte so auf Pflege in der eigenen Häuslichkeit durch An- und Zugehörige ohne professionelle Unterstützung“, heißt es in der Mitteilung. 11,2 Prozent beantragten professionelle Pflege und Betreuung im eigenen Zuhause, 19,3 Prozent Geld- sowie Sachleistungen und 9,4 Prozent wollten in einem Pflegeheim untergebracht werden.

Probleme in der Pflegeversicherung sollen angegangen werden

Es sei zwar eine gute Nachricht, dass der Zugang zur Pflege funktioniere, sagte der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. Aber die Probleme in der Pflegeversicherung „müssen wir nun endlich angehen und dabei darauf achten, dass in dem solidarischen System auch zukünftig diejenigen Hilfe bekommen, die wirklich darauf angewiesen sind“. Blatt forderte, die „Finanzierbarkeit des Systems endlich zukunftsfest“ aufzustellen.

Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Medizinischen Dienstes Bund, Carola Engler, warnte ebenfalls vor anstehenden Herausforderungen. „Immer mehr Menschen sind pflegebedürftig, die Anforderungen an das System wachsen; gleichzeitig sind die Strukturen zu überholt, um die Probleme lösen zu können.“

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Das Ziel der Pflegereform müsse die nachhaltige Stabilisierung der Finanzen sein. „Die Reform muss aber auch dazu beitragen, der Prävention von Pflegebedürftigkeit neuen Schub zu geben und die Strukturen grundlegend zu modernisieren.“

Warken kündigt höhere Beiträge an

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte zuletzt höhere Abgaben für die Pflegeversicherung angekündigt (JF berichtete). „Auch in der Pflegeversicherung müssen wir höhere Einkommen etwas stärker belasten“, sagte Warken der Rheinischen Post. Derzeit liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei einem Bruttogehalt von 5.812 Euro. Wie hoch sie künftig sein solle, sagte die CDU-Politikerin nicht.

Hintergrund ist der desolate finanzielle Zustand der sozialen Sicherungssysteme. „Auch in der sozialen Pflegeversicherung übersteigen die Ausgaben seit Jahren die Einnahmen“, sagte Warken. In den kommenden zwei Jahren droht das Defizit auf mehr als 22 Milliarden Euro anzuwachsen. (mas)

Pflegebedürftige Person: Auch ADHS-Patienten bekommen Pflegegeld. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | MICHAEL BIHLMAYER
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