BERLIN. Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten hat aktuelle Zahlen zur Verteilung von Migranten in Berliner Landesunterkünften veröffentlicht. Sie zeigen eine auffällige Schieflage: Dort, wo die politische Zustimmung zu besonders migrationsfreundlichen Parteien besonders stark ist, bleiben die Unterkünfte vergleichsweise leer.
Am deutlichsten ist das in Friedrichshain-Kreuzberg. Der Bezirk gilt als Symbolort der Willkommenskultur. Bei der Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus 2023 kamen Grüne und Linke dort zusammen auf 54,6 Prozent der Zweitstimmen.
Die Grünen gewannen fünf der sechs Wahlkreise, die Linke einen. „Refugees“ müssten dort also besonders „welcome“ sein. In den Unterkünften des Landes Berlin leben nach der aktuellen Verteilung aber nur 2,44 Prozent der landesweit untergebrachten Migranten. Auch Mitte passt in das Bild. Dort holten Grüne und Linke zusammen 43,0 Prozent der Zweitstimmen. Fünf der sieben Wahlkreise gingen an die Grünen. Der Anteil des Bezirks an der Unterbringung von Migranten liegt jedoch bei 4,19 Prozent.
Komisch! Die Grünen wollen offene Grenzen aber die Asylbewerber bekommen dann AfD-Wähler vor die Nase gesetzt. pic.twitter.com/5lvWpcj1fa
— Henning Hoffgaard (@HenHoffgaard) July 10, 2026
In nicht links-woken Bezirken sind die meisten Migranten untergebracht
Ganz anders sieht es in Bezirken aus, die politisch deutlich weniger grün geprägt sind. Lichtenberg trägt 13,07 Prozent der Unterbringung. In Marzahn-Hellersdorf sind es 11,32 Prozent. Dort kamen die Grünen bei der Berlin-Wahl 2023 nur auf 5,5 Prozent der Zweitstimmen. Die AfD erreichte 19,2 Prozent.
Ein bisschen aus dem Bild fällt Pankow. Im zweitgrößten Bezirk Berlins leben 15,29 Prozent der in Landesunterkünften untergebrachten Migranten. Politisch ist der Bezirk allerdings gemischt. Die Grünen kamen 2023 auf 22,5 Prozent, die Linke auf 16,2 Prozent. Zugleich gewann die CDU mehrere Wahlkreise im Norden des Bezirks. Tempelhof-Schöneberg trägt mit 12,99 Prozent ebenfalls einen hohen Anteil. Auch dort ist die politische Landkarte geteilt. In Schöneberg sind Grüne und SPD stark, im Süden dominierte 2023 die CDU. Der Bezirk steht damit zwischen Innenstadtmilieu und Randbezirk.

Nachbarschaften tragen die Folgen
Klar ist, Asylunterkünfte prägen den Alltag in den betroffenen Kiezen besonders stark: Schulen, soziale Einrichtungen, Sicherheitsbehörden und Nachbarschaften müssen die Folgen unmittelbar bewältigen.
Die lauteste Zustimmung zur Willkommenskultur kommt in Berlin oft aus jenen Gegenden, in denen die staatliche Unterbringung nur eine romantische Vorstellung ist.






